Diskriminierung

100px-Polyamory_svgAls ich mein Buch „She flies with her own wings“ geschrieben habe, war mir klar, dass ich damit anecke und provoziere. Ich habe es trotzdem geschrieben, weil ich – auch wenn ich selber nicht so lebe – an die Liebe in ihren unterschiedlichsten Ausprägungen glaube. Ich glaube daran, dass jeder Mensch Liebe verdient, zu lieben und geliebt zu werden. Und ich glaube, dass jeder das recht hat, nach seiner Façon glücklich zu werden.

Ich weiß, mein Buch ist nicht für jeden. Das Thema Polyamorie ist negativ besetzt, es ist ein Tabu, wenn man mehr als einen Menschen liebt und dies auch auslebt. Aber auch Erwachsene, die so leben wollen, haben jedes recht dazu. Und niemand, NIEMAND, hat das recht, dies zu kritisieren oder diese Art der Lebensform zu verteufeln. Jede Liebes- und Lebensform, die erwachsene Menschen aus freien Stücken miteinander eingehen, hat das recht, geschützt zu werden.

Warum schreibe ich diesen Post? Seit mein Buch vor zwei Wochen rausgekommen ist, habe ich unglaublich viel Zuspruch erhalten, aber gleichzeitig häufen sich die Rezensionen, dass es sich um eine „abartige“ Konstellation handelt. Es geht mir nicht um die schlechten Rezensionen, es geht mir um die Tatsache, dass mit einem solchen Begriff, Menschen diskriminiert werden, die in alternativen, ungewöhnlichen Beziehungen leben. Polyamorie ist nichts, was ich mir ausgedacht habe. Diese Art zu leben und zu lieben existiert, ist ein Teil unserer Gesellschaft. 2003 wurde geschätzt, dass in den USA 100.000 Menschen polyamor leben und in Deutschland ca. 10.000 (Quelle: polyamorie.de).

Ich wende mich gegen bigotte und bornierte Menschen, die meinen, dass ihr eigener Lebensstil das Nonplusultra ist und jeder so leben muss. Menschen sind verschieden, Lebensformen sind verschieden. Und ehrlich: Das ist auch gut so! Wir brauchen alle Liebe! Und wenn wir sie als Frau mit einer anderen Frau, als Mann mit einem anderen Mann, als Frau mit drei Männern, als Mann mit zwei Frauen (die Liste ist endlos) finden, dann ist das gut und richtig. Es geht mir auch nicht nur darum, eine Lebensform zu verteidigen, sondern darum, alle zu verteidigen. Ob jemand in einer heterosexuellen, homosexuellen, polyamoren, BDSM, Take in Hand oder was auch immer Beziehung lebt und liebt, jeder Erwachsene darf so leben, wie er das möchte.

Ich hoffe, dass alle Rezensent*innen noch einmal über ihre Wortwahl nachdenken. Schimpft über mein Buch, schimpft über mich, aber diskriminiert nicht die Menschen, die in alternativen Beziehungen leben. Sie haben ein RECHT darauf, ihr Leben so zu leben, wie sie es wollen.

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