Epilog 3

This is us

– Bonuskapitel Epilog 3 –

Ein Jahr später

Ich fahre die Auffahrt hoch. Dieses Jahr ist es schon ein bisschen chillig, nicht so wie letztes Jahr. Ich ziehe meine Jacke fest um mich als ich aussteige. Ich blicke mich um. Toms Auto steht da, also muss er irgendwo hier sein. Ich greife nach meinem Handy und rufe ihn an. Ja, ich weiß, was ihr denkt. Such ihn doch einfach. Aber als ich das letzte Mal auf unserer Baustelle war und einfach so reingegangen bin, hat er mir beinahe den Kopf abgerissen, weil ja so viel hätte passieren können. Das will ich nicht noch mal erleben.

Statt ans Telefon zu gehen, kommt er aus dem Haus. Mittlerweile kann man es als solches erkennen, vorher war es einfach nur Steine aufeinander. Er lächelt als er mich sieht und ich strahle ihn an. Hmmh, mein Tom. Wie kann man nur so heiß sein?

Er zieht mich in die Arme, küsst mich als wäre er ein Jahr in der Antarktis gewesen. Meine Finger wuscheln durch seine blonden Haare, die wie immer ein kleines bisschen zu lang sind und ihm dieses Sonnyboy-Image verleihen. Als wir uns lösen, blicke ich in seine blitzenden grünen Augen.

„Hey, meine Thea“, flüstert er gegen meine Lippen.

„Hey“, sage ich auch und grinse leicht.

Er greift nach meiner Hand. „Komm, ich zeig dir alles.“

Er reicht mir einen Helm, na toll. Aber ich murre nicht, könnte ja auch schlimmer kommen. Wir gehen in das Haus, das unser Zuhause werden soll.

„Vorsicht“, er zeigt auf den Boden und ich mache einen Schritt über den Balken, der dort liegt.

Dann stehe ich im Eingangsbereich. „Wow!“

Er strahlt. „Konnte man beim letzten Mal noch nicht sagen, was?“

Ich schüttel den Kopf. Die Treppe in die obere Etage ist bereits da und sie ist ein Prachtstück. Ich hätte das nie gedacht, dass ich so etwas mal über eine Treppe sage, aber diese hier verdient eine eigene Kategorie. Ich blicke nach oben und sehe die hohen Decken, die sich über den Eingangsbereich und das Wohnzimmer ziehen. Das wird schön! Der Blick über die Bay ist jedes Mal atemberaubend. Und wenn dann die Fensterfront auch mal drin ist. Oh, ich freu mich schon! Auf der Couch sitzen, Kakao trinken und dann diese Aussicht. Und Tom, der meine Füße massiert…

„Du denkst an Sex“, meint er amüsiert.

Ich schüttel den Kopf. „Nein, ans Füße massieren.“

Er lacht leise und läuft ein Stück weiter in den Raum, damit ich die Küche bewundern kann. Groß! Lichtdurchflutet! Die Kücheninsel, zumindest ihr Gerippe, steht bereits und jetzt stelle ich mir vor, wie Tom mich dagegen drückt und in mich stößt. Ich beiße mir auf die Lippen.

Zufrieden stellt er fest: „Jetzt aber.“ Ich nicke ein wenig verlegen.

Er zieht mich an sich, schlingt seine Arme um mich und drückt mich fest. „Sobald wir Zuhause sind, kommst du nackt in mein Bett.“ Mein Körper erzittert, was ihm ein erfreutes Knurren entlockt.

„Bitte, Baby, hör nie auf, so auf mich zu reagieren“, murmelt er, bevor er mich küsst, als würden gerade keine 20 Arbeiter um uns stehen.

Hinter uns räuspert sich jemand. Mit leisem Bedauern löst er sich von mir und dreht sich um. „Ah, Ceasar! Was gibt es?“

Ceasar, der Bauleiter, tippt an seinen nicht vorhandenen Hut und sagt: „Hallo, Ms. Bennet, ich wollte bestimmt nicht stören.“

„Hi, Ceasar“, sage ich und reiche ihm die Hand, die er verlegen ergreift.

Er lächelt, bevor er Tom wieder anschaut. „Mr. Andrews, wir haben gerade die Wannen in den oberen Badezimmern installiert. Ich dachte, Sie wollen sich das vielleicht anschauen.“

Tom nickt, bedankt sich, greift nach meiner Hand und zieht mich mit sich nach oben. Wir betreten unsere im Moment freischwebende Treppe, aber da kommt noch ein Geländer ran. Es glaubt wohl keiner, dass meine drei Jungs das Risiko eingehen, dass unsere Kinder hier zu Tode stürzen. Uups, wo kam das jetzt her? Kinder sind noch kein Thema. Eigentlich. Obwohl? Nein, nein. Wir haben alle keine Zeit.

Die obere Etage hat viel Platz, muss sie auch, weil hier sieben Zimmer, 5 Bäder und begehbare Kleiderschränke untergebracht werden müssen. Wir gehen in das erste Schlafzimmer mit angrenzendem Bad und ich staune nicht schlecht als ich sehe, dass es schon komplett ausgebaut ist.

„Ich dachte, das wird erst gemacht, wenn die Arbeiten abgeschlossen sind“, sage ich erstaunt und blicke Tom an.

Er grinst. „Wir haben uns entschieden, dass wir manche Sachen parallel machen, um die Dinge zu beschleunigen. Deswegen arbeiten die Männer auch länger. Vielleicht hast du dich gewundert, warum sie abends noch da sind.“

Ich nicke, nehme aber nichts wirklich wahr. Gott, ist das schön! Alles ist so, wie ich es ausgesucht habe. Wir stehen hier in Matts Bad. Ich hatte vorgeschlagen, dass er aussuchen kann, was er haben will. Aber sie haben es alle drei mir überlassen. Große Verantwortung. Einen Moment war ich versucht, pinke Fliesen zu bestellen. Aber dann habe ich mich mit dem Gedanken getröstet, dass ich auch einen pinken Rüschenbezug für die Toilette kaufen kann.

„Es ist toll“, sage ich beinahe ehrfürchtig.

Gott, ich hab nie gewusst, was für Arbeit in so einem Haus steckt! Aber dieses hier, dieses habe ich begleitet, von Anfang an. In der Küche gibt es eine Stelle, an der wir unsere Hände in den noch nassen Estrich gedrückt haben, um unser Haus zu markieren. Ich liebe bereits alles an ihm. Ich streiche sanft über die Oberflächen und ich kann es nicht erwarten, hier endlich einzuziehen!

Im Geiste sehe ich wie wir hier alle Vier glücklich sind. Zusammen. Und ich höre Kinderlachen. Gott, was ist das denn?

„Was, Baby?“ fragt Tom. Die Fähigkeit, meine Gedanken zu lesen, ist ihnen nicht abhanden gekommen, aber manchmal schaffe ich es, so verwirrt auszusehen, dass sie es nicht ganz deuten können.

„Ach, nichts“, wedel ich mit der Hand und schaue auf den Boden.

Er sieht mich prüfend an. „Du spürst es auch, oder?“

Ich schaue ihn verwundert an. „Was?“

Er grinst. „Den Kindervibe.“

„Was?“ frage ich irritiert.

Er lacht laut auf und zieht mich in seine Arme. Er küsst meinen Hals und streichelt über meinen Rücken. „Dieses Haus braucht Leben, Kinder, die rennen und toben. Ich denke die ganze Zeit darüber nach, wie es wohl ist, wenn wir hier unsere Familie gründen.“ Er fährt mit seiner Hand über meinen Bauch. „Und wie es ist, dich schwanger zu sehen.“

„Du willst das unbedingt, oder?“ frage ich.

Er nickt. „Ich will unbedingt Kinder mit dir.“

Ich schaue ihn prüfend an und dann entscheidet mein Herz. „Ich auch.“

Er grinst und küsst mich. „Das macht mich so an.“ Er presst seine Erektion gegen mich.

„Nicht sofort, Tommy“, meine ich alarmiert, was ihn zum Lachen bringt.

„Nicht sofort, Baby, ich will dich erst mal noch ein paar Jahre für mich. Und für Matt und Will.“

Ich nicke, erleichtert, aber jetzt weiß ich, wo unsere Reise hin geht.

 

„Sehen wir uns Zuhause?“ frage ich als Tom mich zu meinem Auto bringt.

Er küsst mich auf die Wange. „Ich muss gleich noch mal ins Büro. Ich komm erst später.“

„Du arbeitest zu viel“, meine ich.

Er streichelt mein Gesicht. „Ich entwickel mich zu dir.“

„Haha“, mache ich. „Oder hast du eine Freundin?“

Schlagartig ist er ernst. „Wirklich?“

Ich schüttel den Kopf. „Nein, nicht wirklich.“

Er ist erleichtert, das kann man ihm ansehen. „Thea-Baby, ich würd nie…“

Ich greife nach seiner Hand, küsse sie. „Ich weiß, Tom. Tut mir leid!“

Er lächelt leicht.

„Bitte, verzeih mir.“

Er legt beide Hände an mein Gesicht, streichelt meine Wangen. „Alles okay, Baby. Ich mag nur solche Scherze nicht.“

Ich lege meine Hände um seine Handgelenke und ziehe ihn an mich, so nah, dass unsere Nasen sich leicht berühren. „Es tut mir leid, Tommy. Ich weiß, du würdest mich nicht betrügen.“

Er küsst mich und ich spüre, dass alles wieder in Ordnung ist. Dämlich, Thea! Du weißt doch, dass er nach der Sache mit Annabelle Hayes extrem dünnhäutig ist!

„Ich liebe dich“, flüstere ich gegen seinen Mund und er grinst. Seine Augen lachen wieder als er mich eng an sich zieht und mich küsst als hätten wir uns schon mindestens zehn Jahre nicht mehr gesehen. Dabei hatte er mich doch noch heute Morgen auf dem Küchentisch…

„Ich dich auch, Baby.“

Er lässt von mir ab, öffnet meine Autotür, küsst mich noch einmal als ich in meinem Mini sitze (ja, Siegerin? Thea Bennet!) und schließt dann mit einem bedauernden Lächeln die Tür.

 

Kaum bin ich losgefahren, klingelt mein Handy. Ich sehe, dass es Will ist und drücke auf den Knopf der Freisprecheinrichtung.

„Hi, Will“, sage ich erfreut. Ich hab ihn heute noch gar nicht gesehen. Obwohl unsere Firmen praktisch nebeneinander sind, sehen wir uns momentan nicht sehr häufig. Es ist nicht einfach, ein Unternehmen zu gründen, es frisst unglaublich viele Ressourcen. Kraft und Zeit. Zeit vor allem. Sie sind alle drei sehr verständnisvoll und verstehen, dass ich meine eigene Firma brauche, um glücklich und ausgefüllt zu sein, aber sie hassen es, dass ich nicht mehr so viel Zeit für sie habe. Nicht mal mehr für Will, der nebenan arbeitet.

„Stimmt es, dass du Matt seit zehn Tagen nicht mehr rangelassen hast?“ fragt er ohne Begrüßungsformel.

Ich druckse ein wenig herum. „Naja, es hat halt nie gepasst. Wir haben ja nicht mehr die gleichen Arbeitszeiten.“ Ich bin ein bisschen verlegen.

„Bist du blöd? Der arme Kerl weiß schon nicht mehr, wohin mit seiner Energie!“ Wills Stimme ist streng und ich weiß, gleich kommt ein Befehl, den ich besser ausführe, wenn ich keinen dritten Weltkrieg auslösen will. Obwohl? Versöhnungssex hat auch was für sich.

„Fahr in die Bar und fick deinen Mann!“

„Was bist du? Mein Zuhälter?“ frage ich scherzend, bin mir aber gar nicht so sicher, ob ich tatsächlich Witze mache.

Er knurrt leise. „Sehr amüsant, aber nein, ich bin nur der, an dem Matt seine schlechte Laune auslässt. Also, los! Blas ihm einen und lass dich ficken und dann komm schnell nach Hause.“ Bei den letzten Worten kann ich sein Grinsen hören.

„Ehrlich, Will, das ist doch Scheiße!“

„Was?“ fragt er erstaunt.

Ich betätige den Blinker, fahre auf die Brücke, die um diese Uhrzeit nicht mehr voll ist. „Ihr tut so, als würde ich euch vernachlässigen.“

„Tust du ja auch“, meint er lapidar.

„Aber doch nicht absichtlich! Du weißt doch, wie anstrengend die Arbeit ist.“

„Weiß ich, und dennoch ist es Fakt, dass du nicht viel Zeit mit uns verbringst.“

„Schmerzende Eier oder was?“ frage ich süffisant.

Er lacht leise. „Und wie, Baby, aber es geht nicht nur um Sex. Wann haben wir das letzte Mal was zusammen gemacht? Wie lange waren wir nicht mehr im Stadion? Wann hast du das letzte Mal mit Tom getanzt? Wann saßt du das letzte Mal auf Matts Harley? Wir gehen nicht mal mehr zusammen was Essen.“

Er hat recht, so recht. Aber ich kann es momentan nicht ändern. Ich vermisse sie, ja, sehr sogar. Aber ich liebe auch Bionymous, ich will erfolgreich sein. Unbedingt! Ich will der Welt beweisen, was ich kann. Noch viel lieber, will ich mir und der kleinen kritischen Stimme in mir zeigen, was ich kann. Ich muss!

„Ja, ja, ich weiß, immer die gleiche Leier. Ich kann es nicht mehr hören“, mecker ich.

Ich kann praktisch sehen, wie sich eine Augenbraue fragend nach oben zieht. „Hab ich da einen Nerv getroffen, du Zicke?“

Ich schnaube. „Ich hab keinen Bock mehr auf dieses Gespräch“, sage ich und lege auf.

Als er versucht, mich wieder anzurufen, drücke ich ihn weg. Ich trenne mein Handy von der Freisprechanlage und drehe die Musik auf. So kann er mich nicht mehr stören.

Als ich in Frisco bin, fährt mein Auto beinahe von allein zu Matts Bar. Ich weiß. Ich weiß. Aber wenn ich schon mal zu einer relativ normalen Zeit Schluss mache, sollen sie alle was davon haben.

Matt hat seine Bar vor drei Monaten eröffnet und nicht erst seitdem wie ein Besessener geschuftet. Er arbeitet fast noch mehr als ich und das will was heißen. Leider arbeiten wir jetzt nicht mehr wirklich in der gleichen Zeitzone. Ich tagsüber, er nachts. Deswegen sehen wir uns nicht mehr wirklich. Außer in Momenten wie diesem, wenn ich ihn dort besuche.

Ich bin wirklich stolz auf ihn. Seine Bar ist ein voller Erfolg, der In-Tempel schlechthin. Frauen kommen, weil er so heiß ist und Männer kommen, weil all die heißen Frauen hier sind. So wie immer eben.

Ich muss drei Blocks entfernt parken. Auf dem Weg durch die dunklen Straßen schicke ich Will eine Nachricht, dass ich bei Matt bin. Auch, wenn ich ihn grad blöd finde, will ich nicht, dass er sich Sorgen macht. Ich drücke die Tür auf und lächel den Hünen an, der da steht.

„Hi, James! Wie geht’s?“ frage ich.

„Immer besser“, grinst er und zwinkert mir zu.

Ich nehme sein Flirten nicht für voll und bahne mir einen Weg durch die Menschenmengen. Wie vermutet, stehen nur Frauen an der Bar und versuchen alle, die Aufmerksamkeit des Leckerchens zu erhaschen. Und er sieht heiß aus! So was von heiß! Ich mein, seine Anzüge früher waren sexy, aber jetzt ist er das Epitom des Bad Boys. Zerschlissene Jeans, die sich tief um seine Hüften schmiegen und den Knackarsch betonen. Ein schwarzes Hemd mit aufgerollten Ärmeln. Seine Tattoos heben sich von der leicht gebräunten Haut ab. Die Haare wie immer zum Fohawk gestylt. Gott, Sex am Stiel.

Ich beobachte, wie sich mal wieder einer der Geier in Position wirft, ihre Brüste rausdrückt und mit dieser furchtbaren Kleinmädchenstimme mit ihm spricht. Mir stellen sich alle Haare auf, wenn ich das höre. Wie Fingernägel auf einer Tafel. Matt lächelt sie verbindlich an, gibt ihr was sie bestellt hat und nimmt die Serviette mit ihrer Telefonnummer nicht. Er schiebt sie über den Tresen zurück und widmet sich der nächsten Kundin. Das Spiel beginnt von vorne. Titten zurechtrücken und rausstrecken, an einer Haarsträhne rumspielen, Lippen schürzen. Kleinmädchenstimme. Ätzend. Matt reicht ihr ihren Cocktail, nimmt das Geld, aber nicht die Nummer und wendet sich an die nächste Kundin, während diese enttäuscht drein schaut.

Und Wiederholung!

Ich grinse und beobachte wie Matt den Shaker schwingt. Seine Brustmuskeln spannen sich an. Die Sehnen an den Armen treten hervor und seine riesigen Bizepse wölben sich. Ich spüre, wie ich feucht werde. Ehrlich, das ist doch nicht normal. Nach einem Jahr mit Matt sollte ich doch ein bisschen relaxter auf seinen Anblick reagieren. Aber nein, mein Körper benimmt sich wie ein Teenager.

Ich bahne mir einen Weg an die Bar und habe Glück, weil genau in dem Augenblick neben mir ein Barhocker frei wird. Die Dame hat ihre Eroberungskünste scheinbar aufgegeben. Ich setze mich und warte, dass Matt mich bemerkt. Er ist am anderen Ende der Theke und hat mir den Rücken zugedreht. Mein Blick wandert über seinen sexy Rücken zu seinem göttlichen Hintern und ich kann es kaum erwarten, meine Finger auf diesen zu legen. Ich schlucke vor Vorfreude.

Neben mir sitzt eine junge Frau, die meinen Blick wohl bemerkt hat. Sie beugt sich zu mir und schreit mir beinahe ins Ohr: „Mach dir keine Hoffnungen. Er ist vergeben. Und falls nicht, du wärst nicht sein Typ.“ Sie schaut abschätzig an mir rauf und runter.

„Oh ja, klein, blond und Riesenbrüste“, grinse ich.

Sie schaut mich kritisch an. „Ja, genau.“ Ich betrachte sie. Klein, blond und Riesenbrüste.

„Na, dann, versuch dein Glück“, ermuntere ich sie.

Sie wirft ihre Haare zurück. „Nicht jetzt. Siehst du nicht, wie genervt er schon von den Moves der Barrakudas ist? Nein, die richtige Zeit ihn anzumachen, ist kurz vorm Ende. Er sucht sich dann immer eine aus, die er mit nach Hause nimmt.“

Ich reiße die Augen auf. „Wie bitte?“

Sie nickt. „Ich hab das schon gesehen! So fest vergeben scheint er nicht zu sein.“

Die hat doch einen Knall. Matt nimmt natürlich niemanden mit nach Hause. Schließlich bin ich Zuhause und er kommt in mein Bett, wenn Will oder Tom nicht darin liegen. Außerdem würde er doch nie… Oder?

Ich schüttel den Kopf. Nein, nicht mein Matt. Die Tussi will sich nur schönreden, dass sie eigentlich gar keine Chancen hat. Nicht eine. Nicht mal eine klitzekleine, winzige Chance, diesen Leckerbissen in ihre Räuberhöhle zu zerren.

„Na, dann bleib ich wohl bis zum Ende“, grinse ich.

„Schätzchen, du hast keine Chance“, meint sie mitleidig und nippt an ihrem Drink.

In diesem Moment fällt Matts Blick auf mich und ein sexy Lächeln breitet sich auf seinem Gesicht aus. Langsam mit geschmeidigen Schritten kommt er auf mich zu.

„Hey, Babe“, sagt er mit tiefer, superheißer Tonlage. Er beugt sich über den Tresen, um mich zu küssen. Nicht nur kurz, sondern ein Kuss, der einen atemlos zurück lässt.

Ich spüre die erstaunten und neidischen Blicke meiner Sitznachbarin und jeder anderen Frau in diesem Raum auf mir. Ich kann fühlen, was sie denken. Matt hat die gewählt?

Aber es ist egal, weil er in meinem Bett liegen wird und nicht in ihren. Ich küsse ihn leidenschaftlich zurück.

Als er sich löst, dreht er sich zu dem anderen Barkeeper um. „Dean, ich mach mal Pause.“

Er bedeutet mir, ihn am Eingang zu seinem Büro zu treffen und ich rutsche von meinem Hocker.

Er hält mir die Tür auf und kaum sind wir drinnen und die Tür verschlossen, zieht er mich an sich. „Was für eine Überraschung, Babe“, grinst er und küsst mich lange und ausdauernd.

„Will hat gesagt, ich hab dich vernachlässigt“, meine ich ein bisschen verlegen.

Er lacht leise. „Hast du auch. Zehn Tage ohne Sex ist total Scheiße!“ Er drückt seinen Schwanz gegen mich, der schon eine beeindruckende Größe angenommen hat. „Ich hab mir jeden Tag mehrmals einen runtergeholt, dabei ist es eigentlich deine Aufgabe.“ Er grinst frech und drückt sanft auf meine Schultern.

Ich gehe vor ihm auf die Knie und öffne seinen Gürtel. Ich schaue ihn an, bin voller Vorfreude, wie immer, wenn ich meinen Jungs einen blasen darf. Ich öffne die Knöpfe und ziehe die Jeans über seinen Hintern. Ich streiche über seine Erektion, die nun von schwarzem Stoff eingehüllt ist, der beinahe gesprengt wird. Ich küsse ihn und er knurrt leise.

„Hör auf zu necken und steck ihn rein“, befiehlt er.

Ich ziehe seine Boxer Briefs runter und nehme seine Eichel in den Mund. Ich lasse meine Zunge um ihn gleiten. Seine Finger greifen in meine Haare und dirigieren mich. Er will tief rein. Ich öffne den Mund weiter und er rutscht meine Zunge entlang. Er drückt sich ganz in meinen Mund und beginnt, in mich zu stoßen. Erst langsam, dann immer schneller. Er keucht, während er meinen Mund benutzt, um sich selbst Erleichterung zu verschaffen. Ich liebe es, wenn er das macht. Meine Finger wandern zu seinem Hoden, massieren ihn, drücken sanft gegen sein Perineum und er stöhnt auf.

„Scheiße, Babe, es ist so geil, deinen Mund zu ficken“, kommt seine Stimme, die sich angestrengt anhört. „Gleich fick ich deine geile Muschi, die bestimmt schon wieder tropft. Fühl nach.“

Ich lasse eine Hand zwischen meine Beine, unter meinen Rock und in mein Höschen gleiten, stecke einen Finger in mich und ziehe ihn dann wieder raus. Ich halte ihn hoch, damit er meinen Saft sehen kann.

Er flucht leise. „Fuck, klatschnass. Steck dir zwei Finger rein und stoß kräftig zu.“

Ich tue, was er mir sagt und die Berührungen bringen mich dazu zu stöhnen und leise zu summen, was sich auf seinen Schwanz überträgt, der noch härter wird. Sein Rhythmus hört nicht eine Sekunde auf.

„Härter“, knurrt er und ich intensiviere meine Bewegungen. „Zieh deinen Rock hoch und dein Höschen runter. Ich will zusehen.“

Es ist nicht einfach, diesem Befehl zu folgen, aber ich tue es. Irgendwie klappt es ohne dass ich meinen Mund von seinem Schwanz wegbewege.

„Bluse auf und Schalen runter“, knurrt er wieder, während sich sein Blick abwechselnd auf meine Hand zwischen meinen Beinen und seinen Schwanz in meinem Mund richtet. Ich beginne gerade mit dem Aufknöpfen als er eine Hand von meinem Kopf löst und meine Bluse aufreißt. Grob zieht er meinen BH nach unten und greift kräftig zu.

„Ja, Babe, deine Titten sind so geil“, murmelt er und kneift fest in den einen Nippel, bevor sich seine Hand wieder um meinen Kopf schließt.

„Fick dich wieder härter“, kommt sein Befehl und ich erhöhe die Schlagzahl wieder, die ich verringert hatte, während ich versucht hab, mich auszuziehen.

„Ja, genau so, Babe. Ist das geil!“ Seine Stimme trieft vor Erregung, er steht so dermaßen unter Strom, dass ich gar nicht begreifen kann, wieso er noch nicht gekommen ist.

Als ich endlich sein leicht salziges Sperma schmecke, kommt es mir so vor, als wären Stunden vergangen. Er zieht seinen noch halbsteifen Schwanz aus meinem Mund.

„Leck dir die Finger ab.“

Ich höre auf, mich selbst zu verwöhnen und lecke meine Feuchtigkeit von meinen Fingern. Genüsslich und langsam, um ihm eine gute Show zu bieten.

Er zieht mich hoch und positioniert mich mit dem Oberkörper auf der Couch, während meine Knie auf dem Boden sind. Er spreizt meine Beine, zieht mein Höschen aus und fährt mit den Fingern über meine Muschi. Er ist grob mit den Schamlippen und ganz sanft mit meiner Klit, die er immer und immer wieder mit meiner Feuchtigkeit einreibt, die er auf mir verteilt. Er lässt seine Eichel leicht gegen meinen Eingang drücken. Ich schiebe meinen Hintern zu ihm, will ihn in mir. Ich höre sein Lachen, will gerade protestieren und werde davon überrascht, wie er in einer schnellen, harten Bewegung tief in mich stößt. Fuck!

Eine Hand hält meine Hüfte, die andere wickelt sich in meine Haare und zieht meinen Kopf von der Couch, um meine Schreie zu hören. Ich stöhne laut und schreie leise, will mehr. Ich fasse mit meinen Händen nach hinten, umfasse meinen Hintern, ziehe meine Pobacken auseinander.

„Fuck, ja“, stöhnt er. Er zieht seinen tropfnassen Schwanz aus meiner Muschi und steckt ihn mir in den Hintern. Er kommt ohne Probleme tief rein und ich liebe die Reibung an meiner Rosette. Sein Rhythmus ist auch jetzt wieder schnell und hart und ich schreie immer wieder leise, wenn er hart gegen mich trifft. Fuck, ist das gut! Ich liebe es, wenn er mich rannimmt, meinem Körper gibt, was er braucht. Ich stoße immer wieder mein Becken zurück, wenn er in mich stößt, um das Erlebnis noch besser für ihn zu machen. Und auch für mich. Wen will ich denn verarschen? Ich genieße jeden seiner Stöße, liebe es, wenn er an meinen Haaren zieht, koste das Gefühl seiner Finger, die sich in meine Hüfte bohren, aus. Ich spreize meine Pobacken weiter, gebe ihm ein gutes Blickfeld und spüre, dass er gleich so weit ist. Doch kurz bevor er fertig ist, zieht er aus mir raus.

Verwundert schaue ich über meine Schulter. Er grinst mich an. „Bleib in der Position“, befiehlt er und geht in das angrenzende Bad. Ich höre Wasser laufen und nach ein paar Minuten kommt Matt zurück.

„Wieso hast du das gemacht?“ frage ich ihn verwundert.

„Ich wollte noch nicht kommen“, meint er und streichelt über meinen Hintern und gelangt dann zwischen meine Beine. Er stößt seinen Daumen in mich und reibt mit zwei Fingern über meine Klit. Mit der anderen Hand streichelt er zärtlich über meinen Rücken. Er zeichnet die Konturen des Tattoos nach, die Big Mike vor vier Wochen gestochen hat. Ich bin noch nicht dazu gekommen, sie füllen zu lassen, aber ihre Namen sind schon da. Er bringt mich bis kurz vor die magische Schwelle und hört dann auf. Er zieht sich aus mir zurück, beginnt meinen Rücken zu küssen.

„Matt, bitte“, flüstere ich und will mich an ihm reiben.

Er gibt mir einen Klatsch auf den Hintern, lässt sich aber nicht weiter aus der Ruhe bringen.

„Du bist so wunderschön, Babe“, murmelt er, während er die Haut an meinem Rücken küsst und leckt und sanft in mich beißt. Als er an meinem Po ankommt, beißt er kräftiger zu und ich stöhne laut auf. Scheiße, ist das geil, wenn er mich so dominiert.

Er greift nach meinen Händen und hält sie auf meinem Rücken zusammen. Er zieht mein Höschen vom Boden und fesselt sie. Er gibt mir einen weiteren Klatsch auf den Hintern, der mich hüpfen lässt, was mir einen zweiten einbringt, und dringt dann hart und schnell in meine Muschi ein. Er hält mich mit beiden Händen an der Hüfte fest und rammt tief und kraftvoll in mich.

„Fuck, ja, geil“, grollt er, während seine Bewegungen schneller werden und immer schneller.

Ich keuche und stöhne und schreie und beiße mir auf die Lippen, um nicht zu viele Geräusche zu machen. Aber Matt liebt es, wenn ich laut bin und er weiß, wie er mich ficken muss, um mich so wild zu machen, dass ich es nicht mehr in mir behalten kann, sondern meine Lust rausschreien muss.

Er fickt mich nach allen Regeln der Kunst und als er endlich erste Zeichen gibt, dass er gleich kommt, bin ich absolut erschöpft. Er presst mir zwei Finger gegen die Klit, reibt hart und schnell und ich komme, während er tief in mir ist.

Er stöhnt laut: „Fuck, Babe! Es ist immer wieder geil, wenn deine kleine Muschi sich so um meinen Schwanz schmiegt.“ Er stößt noch zweimal zu und ergießt sich dann in mir. Er legt sich auf meinen Rücken, bettet seinen Kopf zwischen meinen Schulterblättern. Es ist unangenehm, meine gefesselten Hände werden von ihm beinahe zerdrückt, aber ich bewege mich nicht, will ihm den Moment Ruhe gönnen.

Er löst sich von mir, geht ins Bad, wäscht sich und kommt dann mit einem feuchten Handtuch zu mir. Er wischt sein Sperma weg, löst meine Fessel und nimmt mich in die Arme. Er bettet mich sanft auf der Couch und küsst meine Wange. Er breitet eine Decke über mir aus und geht aus dem Raum, während mir die Augen zufallen. Schlafen.

 

Als ich die Augen wieder öffne, sitzt Matt an seinem Schreibtisch und tippt auf der Tastatur rum. Ich blinzel ein wenig und bewege mich. Er schaut zu mir und lächelt.

„Hey“, sagt er zärtlich.

Und ich krächze: „Hey.“

Er kommt zu mir, kniet sich vor die Couch und reicht mir eine Flasche Wasser. Gierig trinke ich. Mein Mund fühlt sich an wie mit einer Schicht Patina beklebt.

Er küsst mich sanft auf die Lippen und streichelt mein verstrubbeltes Haar aus meinem Gesicht. „Danke, Babe.“

Ich mache eine wegwerfende Handbewegung, aber er schaut mich nur streng an und sagt: „Doch, danke. Ich war schon fast dabei, durchzudrehen.“

„Ich hab dir gesagt, du sollst mich wecken, wenn du nach Hause kommst“, erinnere ich ihn.

Sein Blick wird weich und warm. „Du arbeitest so hart, ich kann dich nicht um deinen Schlaf bringen.“

„Softie.“ Ich ziehe ihn zu mir und küsse ihn.

Er grinst leicht, während er meine Haare streichelt. „Du bist das Wichtigste für mich. Immer.“

Ich ziehe ihn eng an mich und küsse ihn wieder. „Du bist viel zu gut, um wahr zu sein.“

Er lacht laut auf und zieht mich in seine Arme. Dann küsst er mich zärtlich und ich kann die Liebe in seinen Augen sehen.

„Matt?“

„Ja, Babe?“ fragt er lächelnd.

„Da am Tresen saß doch so ne Tussi neben mir.“

Er zuckt mit den Achseln. „Hab ich nicht gesehen.“

Ich grinse innerlich und denke, ich kenne doch eigentlich die Antwort. Aber ich frage trotzdem. „Sie hat gesagt, dass die beste Taktik, dich abzuschleppen, ist, bis kurz vor Ende zu warten. Denn du suchst dir zum Schluss immer eine aus, die du mit nach Hause nimmst.“

Er schaut mich irritiert an. „Glaubst du das?“

Ich schüttel den Kopf. „Nein, ich weiß ja, dass du zu mir kommst.“

Er streichelt über meine Haare. „Ich komme immer nur zu dir, Thea. Ich hab noch nie eine Frau hier abgeschleppt. Das weißt du, oder?“

Ich streiche über seine Wangen. „Ja, ich weiß. Ich wollte es dir auch nur sagen, dir keinen Vorwurf machen. Tut mir leid, wenn du es falsch aufgefasst hast.“

Er lächelt leicht. „Hab ich nicht, aber ich muss in solchen Situationen immer sofort klarstellen, dass es nur dich für mich gibt.“

Ich nicke ernsthaft. „Ich weiß das, Matty.“

Er küsst mich auf die Lippen. „Immer nur du.“

Ich kuschel mich eng gegen ihn. „Wie kommt sie wohl auf so was?“

„Wird nicht sauer“, sagt er verlegen.

„Ganz schlechter Einstieg, Matt“, grinse ich. Was kann er schon sagen? Er will nur mich, das ist tief in mir eingebrannt.

„Tricia war letztens hier.“

„Was?“ frage ich und reiße die Augen auf. Von der Schnalle haben wir nichts mehr gehört seit Simon sie abserviert hat. Offiziell geschieden sind sie zwar noch nicht, aber auf dem besten Wege.

Er streicht sich übers Gesicht. „Ja, sie hat sich volllaufen lassen bis sie nicht mal mehr sitzen konnte. Hat aber versucht, alle Männer anzubaggern. Ich hab ihr ein Taxi gerufen, aber der Fahrer wollte sie nicht mitnehmen, weil er Angst hatte, dass sie sein Auto vollkotzt. Also hab ich sie nach Hause gebracht. Vorher hat sie natürlich ihre ganze Verführungsshow wieder abgezogen, versucht mich zu küssen und so.“ Er sieht unsicher aus, wartet auf meine Reaktion. „Babe, wirklich, ich hab sie nicht geküsst und hab sie dann auch nur nach Hause gebracht, sie ins Bett gelegt und bin gegangen. Ich schwöre. Was anderes ist nicht passiert.“

Ich grinse und erinnere mich daran, wie Tricia ihn schon mal angemacht hat und er ganz verzweifelt versucht hat, ihre Avancen abzuwehren. „Oh.“

„Babe, wirklich“, meint er und seine Stimme klingt ein bisschen verzweifelt. „Ich hab nichts mit ihr gemacht, ehrlich nicht.“

Ich lege ihm die Hände ans Gesicht. „Ich weiß, Matty! Das ist doch gar keine Frage!“

Er schaut mich erleichtert an. „Du glaubst mir?“

„Ja, natürlich! Du hasst die Alte“, lache ich.

Er knurrt. „Scheiße, dass tu ich!“ Dann grinst er mich an und seine Grübchen erscheinen. „Danke, Babe.“

Ich küsse ihn noch mal. Als ich mich von ihm löse, kann ich ein Gähnen nicht unterdrücken und er lächelt mich liebevoll an.

„Kannst du selber fahren oder soll ich Will anrufen?“

„Hmmh…“

„Was?“ fragt er mit hochgezogenen Augenbrauen.

„Er ist blöd.“

Wieder lacht Matt und seine Augen funkeln vor Humor. „Was hat er jetzt wieder getan?“

Ich streiche mir über die Nase. „Mich hierher beordert.“

„Dann bin ich ihm zu Dank verpflichtet“, grinst er über das ganze Gesicht.

Ich schlage spielerisch nach ihm, er fängt meine Hand ein, küsst den Rücken und drückt sie sanft. Dann erhebt er sich, holt sein Handy aus der Tasche und ruft Will an.

„Hey, Mann, kannst du Thea abholen?“ Er grinst. „Das kann man so sagen.“ Sein Grinsen wird stärker. „Keine Ahnung, ob sie dich noch mal ranlässt.“ Er legt auf und schüttelt amüsiert den Kopf.

„Er ist gleich da“, meint er. Er setzt sich auf die Couch und zieht mich auf seinen Schoß. „Wie sieht das Haus aus?“

„Man kann es Haus nennen“, lächel ich leicht und kuschel mich an seine Brust.

Er streichelt meinen Kopf. „Wirklich?“ Er erinnert sich offensichtlich gerade an das letzte Mal, als er auf der Baustelle war.

Ich nicke. „Ja, wirklich. Es ist schon ein echtes Haus. Und in deinem Bad wurden bereits die pinken Fliesen gelegt.“

Er stöhnt gequält. „Ich wusste, du würdest so einen Scheiß machen.“

Ich lache. „Wollte ich wirklich, aber dann hast du doch weiße bekommen.“

Er gibt einen erleichterten Laut von sich. „Ich hätte es dir zugetraut.“

„Du kennst mich halt.“

Er küsst mich auf den Kopf. „In der Tat. Du verrücktes Suppenhuhn.“ Er schlingt seine Arme enger um mich. „Ist es, wie du es dir wünschst?“

„Nicht ganz.“

Er versteift sich leicht. „Was ist falsch?“

Ich löse mich von ihm, drücke mich von seiner Brust ab und schaue ihm in die Augen. „Ihr seid noch nicht da.“

Ein Lächeln zieht an seinen Mundwinkeln. „Bald, Babe. Ich kann es nicht erwarten, jede mögliche und unmögliche Stelle mit dir einzuweihen.“

„Und mit einweihen meinst du, du wirst mich überall ficken?“

Er lacht. „Aber so was von, Babe.“

„Gut“, sage ich und kuschel mich wieder an ihn.

Sein Handy klingelt und er wickelt mich in die Decke und hebt mich dann hoch. Ich öffne die Tür zum Flur und er läuft zum Hintereingang. Ich drücke die Klinke runter und er drückt gegen die Tür. Will steht neben seinem Auto und öffnet die Beifahrertür für mich. Matt lässt mich auf dem Sitz nieder und küsst mich noch mal.

„Hast du alles?“

„Meine Tasche“, fällt mir ein und Matt geht noch mal rein, um sie zu holen.

Will setzt sich auf die Fahrerseite und starrt nach draußen. Uups, sauer.

Matt reicht mir meine Tasche und Will fährt los.

Es ist still im Auto. Ganz still. Nicht mal das Radio ist an.

„Will?“

Er beachtet mich nicht.

„Will?“ versuche ich es nochmal.

Wenn jemand jemals jemanden ignoriert hat, dann Will mich. Es macht mich wahnsinnig! Ich kann das nicht ertragen. Der Arsch.

Ich befreie meinen Arm aus der Decke und lege meine Hand auf seinen Arm. „Will, bitte.“

Er schnaubt. „Kann man nicht mal ordentlich auf dich sauer sein, ohne dass du es einem kaputt machst?“

Er löst seinen Arm von meiner Hand und ich denke einen Moment, er will nicht, dass ich ihn anfasse und mein Herz zieht sich zusammen, aber dann merke ich, dass er meine Hand in seine nimmt. Ich bin erleichtert und er merkt es.

Er zieht die Augenbraue hoch. „Was?“

„Ich hab einen Moment gedacht, du willst nicht, dass ich dich anfasse.“

Er seufzt leicht gequält. „Es gibt kein Szenario auf dieser Welt, in dem ich deine Berührungen nicht will.“

Ich rücke an ihn heran und lege meinen Kopf an seine Schulter. Er lässt meine Hand los, legt seinen Arm um mich und zieht mich nah an sich. Er küsst meinen Kopf und streichelt meinen Arm auf und ab. „Ich bin sauer auf dich.“

„Nein, ich bin sauer auf dich“, entgegne ich und kuschel mich näher an ihn.

Er muss grinsen, ich spüre es. „Und warum versuchst du dann in mich zu kriechen?“

Ich streichel leicht über seinen Oberschenkel. „Weil ich es nicht ertrage, wenn du böse auf mich bist.“

„Dann benimm dich nicht wie ein Kleinkind“, meint er.

„Ich benehme mich…“ fange ich an und denke dann, ach, irgendwie schon. Albern, dass ich einfach aufgelegt habe. „Ja, okay.“

Er gibt einen Laut purer Verwunderung ab. „Wie bitte? Hab ich das richtig gehört?“

Ich kicher. „Gewöhn dich nicht dran.“

Er streichelt meinen Arm entlang. „Baby, mal ehrlich. Ich hab nichts weiter gesagt, als dass du wenig Zeit für uns hast. Ich hab das nicht mal wertend gesagt. Es ist eben wie es ist und wir werden das überstehen, aber trotzdem hat sich unsere Beziehung in den letzten Monaten geändert.“

„Hmmh“, mache ich. „Du hast mir einen Vorwurf gemacht.“

Er bremst an der Ampel ab und hebt mein Gesicht an. „Hab ich nicht. Ich weiß, wie viel du arbeitest. Ich weiß, wie viel es dir bedeutet. Ich unterstütze dich bei allem. Aber das heißt nicht, dass ich es gut finden muss.“

Er schaut mir fest in die Augen. „Aber du musst doch verstehen, was es bedeutet, eine Firma aufzubauen.“

Er seufzt leise, bevor er mir auf die Nasenspitze küsst. „Ich verstehe es auch. Als ich das Unternehmen übernommen habe, habe ich Tag und Nacht geackert. Ich wollte es mir beweisen, den Leuten, die sagten, mit 22 kann man noch kein Unternehmen leiten, und ich wollte es meinem Vater beweisen. Ich hatte kein – und ich wiederhole das gerne noch mal – kein Privatleben. Aber es gab auch niemanden in meinem Leben. In deinem Leben gibt es aber gleich drei Menschen, die gerne Zeit mit dir verbringen wollen.“

„Ich weiß“, sage ich, „und trotzdem muss ich das tun. Ich spüre es tief in mir“, ich lege die Hand auf mein Dekolleté, „ich kann nur glücklich werden, wenn ich es schaffe, wenn ich erfolgreich bin.“

„Du bist erfolgreich. Ich kenne deine Zahlen“, antwortet er.

Ich schüttel den Kopf. „Ich bin noch nicht in den schwarzen Zahlen.“

Er fährt wieder los. „Baby, ich kenne kein BioTech-Unternehmen, das einen solch fantastischen Start hingelegt hat wie deines. Ja, gut, dann bist du eben erst in deinem 13. Monat in der Gewinnspanne, was macht das schon?“

Ich schaue ihn ungläubig an. „Du hast mir gesagt, dass du Bionymous verkaufst, wenn ich nicht innerhalb eines Jahres Gewinne einfahre!“

Er zieht die Augenbrauen zusammen. „Was? Da muss ich sauer auf dich gewesen sein.“

Ich löse mich von ihm, verschränke die Arme vor der Brust. „Fuck, Will!“

Er lacht leise. „Soll das heißen, dass du mich seit Monaten ignorierst und nur noch in deiner Scheißfirma bist, weil ich dich geärgert habe?“

Ich nicke vehement. „Ja, verdammt!“

„Komm wieder her.“ Er zieht mich am Oberarm zurück an seinen Körper. „Du bist ganz schön dumm, mein Liebling“, stellt er dann ernsthaft fest. „Superintelligent, aber echt dumm.“

Ich haue gegen seine Brust. „Woher sollte ich das wissen? Du warst total ernst!“ verteidige ich mich.

Er grinst. „Als würde ich jemals deine Firma verkaufen. Aber ich muss sagen, dass ich wirklich intelligent bin, dich mit so einem Spruch so dermaßen anzutreiben, dass du gar nicht auf den Gedanken kommst, zu versagen.“ Er fährt in unsere Tiefgarage und stellt sein Auto ab.

„Du bist ein Arschloch“, sage ich und steige aus, bevor er reagieren kann.

Ich laufe auf den Aufzug zu, aber er erwischt mich und drückt mich gegen die Wand. Er presst sich gegen mich, reibt sein Becken gegen meins. Er zieht die Decke von meinen Schultern und schaut in den weit offenstehenden Ausschnitt einer Bluse ohne Knöpfe. „Oh, Baby“, murmelt er, „ich kann es nicht erwarten, gleich in dir zu sein.“

„Kannst du vergessen“, zische ich und versuche, seinen Lippen zu entgehen. Aber es ist halbherzig. Ich will, dass er mich küsst. Ich will immer, dass er mich küsst. Wie hat er doch gerade so eloquent gesagt? Es gibt kein Szenario auf dieser Welt, in dem ich nicht von ihm geküsst werden will.

Seine Hand greift nach meinem Kinn und hält mich in Position, während er seine Lippen auf meine drückt. Ich spüre seine Zunge, die sich langsam aber sicher in meinen Mund vorarbeitet. Stöhnend öffne ich diesen für ihn und er nutzt die Gelegenheit mich schwindelig zu küssen. Sein Schwanz wird langsam hart und er drückt ihn fest gegen mich. Ich öffne meine Beine ein wenig und schlinge eines um seine Hüfte. Seine Hand greift nach diesem und rhythmisch, den Akt nachmachend, presst er sein Becken gegen mich. Ich stöhne gegen seine Lippen als er mich immer wieder an der Stelle trifft, die mir größtes Vergnügen bereitet.

Er löst sich schwer atmend von mir. „Wie war das?“

„Fick mich“, murmel ich und beuge mich vor, damit er mich weiter küsst.

Er grinst und löst sich vollständig von mir. „Ach, nein.“ Er dreht sich um und in dem Augenblick öffnen sich die Aufzugstüren. Er steigt ein und drückt den Knopf für die sechste Etage. Ich starre fassungslos auf sein Gesicht, das langsam hinter den sich schließenden Türen verschwindet.

Im letzten Augenblick hält er die Türen auf und schaut mich fragend an. „Kommst du endlich?“

Ich laufe zu ihm, steige ein. Ich bin so sauer auf ihn, dass ich nichts weiter tun kann, als auf den Boden zu starren. Ich knete meine Hände und er legt seine auf meine. „Komm schon, Baby, natürlich fick ich dich gleich“, lacht er leise.

Ich weiß, ich sollte es nicht sein, aber ich bin so erleichtert, dass ich mich ihm in die Arme werfe. Er lacht.

„Manchmal denke ich, dass du mich überhaupt nicht kennst, mein Mädchen“, grinst er, während seine Hände über meinen Rücken fahren. „Hast du schon jemals erlebt, dass ich nicht wollte?“

Ich schüttel den Kopf und denke, du bist ganz schön blöd, Thea Bennet. Sein Schwanz ist hart.

„Ja, eben, Baby, mein Schwanz ist hart“, lacht er leise.

„Lies nicht meine Gedanken“, meine ich schnippisch und eile aus dem Aufzug, der sich gerade in dem Augenblick geöffnet hat.

Er grinst und kommt hinter mir her. „Du entkommst mir nicht, Baby.“

Ich fische nach meinem Schlüssel und schließe auf. Ich knalle die Tür hinter mir zu, aber er hat seinen Fuß noch rechtzeitig dazwischen bekommen. Er schließt sie hinter sich, läuft die paar Schritte bis zu mir und reißt mich in seine Arme. Er lacht und hält mich fest, versucht seine Lippen gegen meine zu drücken, kitzelt immer wieder, hält meine Hände fest.

Ich lache auch, drücke meinen Körper gegen seinen, versuche ihn in den Wahnsinn zu treiben. Geschickt zieht er mich aus, ohne mich auch nur einmal loszulassen. Als ich schließlich nackt vor ihm stehe, zieht er mich mit einem Arm an sich und lässt die andere Hand zwischen meine Beine gleiten. Er verteilt meine Feuchtigkeit, bevor er zwei Finger in mich gleiten lässt.

„Fick meine Hand, Baby“, murmelt er und ich beginne mich an dieser zu reiben und sie zu reiten, wie ich es mit seinem Schwanz machen würde.

Wills Augen beginnen zu funkeln und seine Erektion wird riesig. Ich spüre sie an meinem Oberschenkel. Als ich kurz davor bin zu kommen, zieht er seine Hand zurück und öffnet seine Hose, um seinen Penis zu befreien. „Blas“, kommt sein knapper Befehl und ich sinke vor ihm auf die Knie. Ich reibe mit der Hand an seinem Schaft auf und ab. „Ohne Hände.“

Ich lege sie auf meinen Rücken und beuge mich vor, lecke an seinem steil aufgerichteten Schwanz entlang, bevor ich seine Eichel in den Mund nehme. Ich sauge an ihr und lecke über sie wie über einen Lolli.

„In den Mund“, knurrt er und ich öffne ihn weit, um ihn aufzunehmen. Er passt nicht ganz rein. Oder besser, er passt, aber nur mit besonderer Anstrengung meinerseits. Gott sei Dank, wünscht er sich das nicht immer. Denn seien wir ehrlich, wenn sich mein Will etwas von mir wünscht, dann bekommt er es auch.

Die Tür öffnet sich und Tom kommt rein. „Ja, Mom, wir sind am Montag da. Thea bringt einen Kuchen mit.“ Er blickt mich fragend an und ich nicke, während ich Will weiter verwöhne. Tom tritt neben mich, streicht mir durch die Haare. „Keine Ahnung, was für einen. Sie ist nicht da, ich kann sie nicht fragen.“

Ich muss lachen und verschlucke mich beinahe an meinem Speichel, der in rauen Mengen durch meinen Mund fließt. Will grinst auf mich herab.

„Klar, kein Thema. Ich kann Gran abholen und sie zu euch bringen.“ Tom streichelt meinen Nacken. „Nein, Mom, bitte nicht. Sie kann nicht hier schlafen. Tu mir das nicht an.“ Will macht mit seiner Handkante eine eindeutige Geste vor seinem Hals, während ich weiterhin mit meinen Lippen seinen Schaft rauf und runter fahre. Immer und immer wieder. „Mom, wir werden es nicht überleben, wenn Gran hier schläft. Schick sie zu Julia.“ Er schaut gequält drein. „Dann soll sie im Hotel schlafen.“ Er kniet sich hin, greift mit seiner freien Hand an meinen Busen und streichelt sanft über die Erhebung. Er zwirbelt den Nippel ein wenig. Ich muss mich kontrollieren, um nicht zu stöhnen. „Mom, das geht nicht!“ Seine Stimme ist nun fast verzweifelt.

Seine Hand wandert meinen Rücken entlang, über meinen Hintern und von hinten schiebt er zwei Finger in mich. Er küsst meine Schulter, während er seiner Mutter zuhört. „Fein, ich rede mit Thea. Ich muss Schluss machen. Bye.“ Er legt auf und lässt sein Handy achtlos zu Boden fallen. Seine nun freie Hand greift kräftig an meinen Busen und bringt mich zum Stöhnen, was wiederum Will dazu bringt, die tollsten Laute von sich zu geben, weil er alles an seinem Schwanz spürt.

Plötzlich legt er seine Hände um meinen Kopf und stößt in mich. Zweimal, dreimal und ich schmecke sein Sperma, als es langsam meine Kehle hinunterfließt. Er zieht seinen Schwanz raus und befiehlt: „Leck sauber.“ Ohne Zögern tue ich es und lächel ihn dabei an.

Tom drückt meinen Oberkörper zu Boden, so dass ich auf allen Vieren bin. Er spreizt meine Beine weiter und dringt dann in mich ein. Ich keuche auf. Will kniet sich vor mich hin und dirigiert seinen Schwanz noch mal in meinen Mund. Seine Hände schließen sich um meinen Kopf und dieses Mal übernimmt er die Kontrolle, während Tom meine Muschi fickt.

Als er kurz davor ist zu kommen, streichelt er meine Klit und bringt mich über die Schwelle. Will zieht seinen Schwanz aus meinem Mund und reibt fest mit seiner Hand über seinen Schaft. Während ich mich den Wogen meines Orgasmus hingebe, spritzt er mir sein Sperma ins Gesicht und auf den Busen. Ein wenig landet in meinem Mund, der während meines Höhepunkts geöffnet ist. Es kommen keine Laute raus, es ist ein stummer Schrei der Erlösung. Nachdem die Wellen abgeklungen sind, kommt Tom in mir und streichelt dabei über meinen Rücken.

Will steht als erstes auf und hilft mir auf. Er grinst mich an. „Du hast da was im Gesicht.“

Ich verziehe selbiges. „Sehr witzig“, murmel ich und gehe in mein Zimmer, um zu duschen. Er kommt mir hinterher. „Kannst du mal aufhören, so zickig zu sein?“ fragt er und sein Ausdruck zeigt, dass er nicht scherzt.

Ich stelle mich unter die Dusche und drehe das Wasser auf. Langsam werden die Reste von Wills Sperma weggespült und ich seife meinen Körper ein. Will hämmert gegen die Glasscheibe der Dusche.

„Ich rede mit dir“, motzt er.

„Ich aber nicht mit dir“, entgegne ich.

Er streift seine Sachen ab, reißt die Tür auf, kommt rein und drängt mich gegen die Wand. „Was soll die Scheiße? Das war nur ein Witz. Seit wann bist du so empfindlich?“

Ich drücke gegen seine Brust und er fängt meine Hände ein. Er presst sie gegen die Wand. Ich versuche, ihm zu entkommen, aber das ist fruchtlos. „Lass mich los.“

„Nie im Leben“, antwortet er. „Sag jetzt, was dein Problem ist.“

Ich stocke einen Moment. „Ich fühl mich als wär ich für dich und für euch nur was zum Ficken.“

Er lässt mich los als hätte er sich verbrannt. „Was?“ fragt er total geschockt. Sein Gesicht zeigt wie verletzt er über diese Aussage ist.

„Wenn wir uns sehen, ist alles, was ihr wollt, Sex“, sage ich.

Er streicht sich die Haare aus dem Gesicht und dreht sich dann um. Seine Schultern sind angespannt, sein ganzer Körper ist wie ein Klappmesser, das jederzeit aufspringen kann. Er flucht leise vor sich hin, ich verstehe nicht, was er sagt, aber er ist sauer. Die Wut verlässt in Schockwellen seinen Körper. Er drückt die Glastür auf und geht raus.

Ich bin alarmiert, er geht nie weg, wenn wir uns streiten, das bin immer nur ich. „Will?“

Er greift nach einem Handtuch, schlingt es um seine Hüften und verlässt mein Bad. Ich bleibe alleine zurück, verdattert und auch ein bisschen verunsichert.

Ich wasche mich schnell und steige dann auch aus der Dusche. Ich trockne mich ab und hülle mich in meinen Bademantel. Ich gehe in den Flur, höre Stimmen in der Küche und folge diesen. Will und Tom sitzen am Tisch. Vor beiden steht ein Bier und sie sehen nicht glücklich aus. Ich setze mich dazu, nehme Wills Bier und trinke einen Schluck. Seine Augen sind eisig. So schaut er mich normalerweise nicht an. Dieser Blick zeigt mir, mehr noch als alles andere, dass ich ihn tief getroffen habe.

„Es tut mir leid“, sage ich und schaue ihm in die Augen. Ich muss schlucken, werde ein wenig nervös, wende den Blick aber nicht ab.

„Das ist totale Scheiße“, erwidert er.

Ich sehe Toms Nicken und schlucke wieder. Wenn Will schon verletzt aussieht, steht es um Tom noch viel schlimmer. Seine Augen sind traurig, irgendwie matter als sonst. Ich hab sie schon mal so gesehen, damals als er Annabelle Hayes geküsst hat und gedacht hat, er hätte mich verloren. Und jetzt? Jetzt schaut er wieder so. Aber dieses Mal ist es nicht er, der den Fehler gemacht hat. Dieses Mal bin ich es. Ich komme mir schäbig vor. Irgendwie. Ich sehe, dass ich sie mitten ins Herz getroffen habe.

„Es tut mir leid“, sage ich wieder und blicke sie an.

„Ist dir eigentlich klar, was du da gesagt hast?“ fragt Will.

„Es tut mir leid“, ist alles, was ich rausbringe.

Er fährt sich wütend durch die Haare, greift nach seiner Flasche, will trinken, besinnt sich anders und schmeiße sie durch den halben Raum bis sie an der Wand zerschellt. Ich zucke kurz zusammen.

„Wie kannst du das denken?“ fragt Tom und seine Stimme ist tonlos, emotionslos. Irgendwie… tot.

„Ich… Es tut mir leid“, wiederhole ich wie ein Mantra.

„Was tut dir leid?“ fragt Will. „Dass du es gesagt hast oder dass du so fühlst?“

Gute Frage. Tief in meinem Herzen weiß ich, wie sehr sie mich lieben, dass es ihnen nicht nur um Sex geht, aber die letzten paar Monate haben wir praktisch nichts anderes gemacht. Immer, wenn wir uns gesehen haben – und das war selten genug -, haben wir miteinander geschlafen. Immer. Welcher Eindruck soll denn da entstehen?

„Fühlst du wirklich so?“ fragt Tom und ich höre die Enttäuschung und Verzweiflung aus seiner Stimme.

Ich weiß nicht, wie ich antworten soll. „Okay, lasst es mich erklären, ja?“ Sie nicken. Ich atme tief ein. „Wir haben uns in der letzten Zeit nicht oft gesehen und ich weiß, das ist meine Schuld. Ich mache es nicht mit Absicht, aber ich will unbedingt erfolgreich sein. Ich weiß, ich bin über alle Maßen ehrgeizig, aber ich muss mir da selbst was beweisen. Und vielleicht auch euch und euren Familien. Ich will zeigen, dass ich nicht nur eine Bürde für euch bin. Und ganz vielleicht will ich auch meinen Eltern beweisen, dass ich mehr bin als nur eine Last, dass ich etwas kann, dass ich Liebe verdiene.“ Ich schlucke. Ich traue mich kaum in ihre Gesichter zu blicken, tue es aber trotzdem. Trotz ihrer Wut und Enttäuschung sehe ich Liebe in ihren Augen. Auch Wills scheißkalte Augen sind wieder aufgetaut.

„Ich muss das schaffen, ich kann nicht versagen. Ich weiß, dass ich euch vernachlässige und es tut mir leid. Wirklich. Es gibt nichts Schöneres auf der Welt als mit euch Zeit zu verbringen.“ Ich fahre mir durch die Haare, greife nach Toms Bier und trinke einen Schluck. Er geht an den Kühlschrank und holt sich und Will ein Neues. „Ich werde das so schnell ändern wie ich kann. Sobald ich wieder Luft habe, sobald die Anfangsphase vorbei ist, wird es wieder ruhiger und dann wird unser Leben wieder wie es war, bevor ich zum einzig wahren Workaholic mutiert bin.“

Ich fasse Mut. „Ich weiß, es ist meine Schuld, dass wir uns so selten sehen, aber jedes Mal, wenn wir uns dann sehen, habt ihr nur das eine im Kopf. Und ich liebe Sex mit euch. Immer. Ständig. Überall. Aber es kommt mir so vor, als hätten wir nur eine Fickbeziehung und gar nichts weiter. Wir fragen routiniert, wie war dein Tag, aber im Endeffekt scheinen wir uns gar nicht mehr füreinander zu interessieren. Es ist… es ist als wären wir zur Routine geworden, als wären wir jetzt Alltag, aus der Honeymoonphase raus. Aber ich will da nicht raus! Ich will Nutellabrötchen am Morgen und Blumen am Teller. Ich will abends für euch kochen, will mit euch reden und lachen. Will Dates mit euch haben, will Teil eures Lebens sein. Nicht mehr so neben euch her leben.“

Sie schauen mich ernst an und ich kann sehen, wie es hinter ihren wunderschönen Gesichtern arbeitet. „Versteht ihr? Ich fühle mich momentan als hätten wir kein gemeinsames Leben, sondern führten jeder ein eigenes, die sich nur dann überschneiden, wenn wir zusammen im Bett landen. Das reicht mir nicht. Euch denn? Reicht euch das, was wir momentan haben? Ich weiß, dass es meine Schuld ist, aber ich will mehr! Ich liebe euch so sehr, ich kann es nicht ertragen, wenn ihr mich nur vögeln wollt, aber nichts mehr mit mir unternehmen wollt.“ Ich blinzel die Tränen zurück. „Und dann hat Will heute gesagt, dass wir schon lange nicht mehr getanzt haben, schon lange nicht mehr im Stadion waren. Und ich will das. Ich will ein Leben mit euch.“

Will streicht sich die Haare aus dem Gesicht. „Ich will das auch. Aber momentan ist das nicht möglich, weil du deine Firma in Gang bringst.“

Ich schaue ihn traurig an. „Das ist es nicht wert“, murmel ich leise.

Er zieht die Augenbrauen zusammen. „Was?“

Ich schaue ihn an. Braune Augen blicken in blaue. „Das ist es nicht wert! Ich will meine Beziehung nicht meiner Karriere opfern. Ihr seid das Wichtigste für mich.“

„Trotz unserer Fickbeziehung?“ fragt Will schneidend.

Ich nicke. „Ich will euch. Ich will alles. Ich will mit euch schlafen, aber auch mit euch aufwachen und Zeit mit euch verbringen.“

„Wie soll das gehen?“ fragt Tom.

Ich zucke mit den Schultern. Ich weiß es nicht. Keine Ahnung, wie das gehen soll.

„Willst du deine Firma aufgeben?“ fragt Will.

Ich schüttel den Kopf und mir treten jetzt wirklich Tränen in die Augen. Ich senke mein Gesicht, will nicht, dass sie sehen, wie entsetzlich der Gedanke für mich ist.

Will streichelt über meinen Kopf. „Hey, ich hab nur gefragt, ohne irgendwas zu implizieren.“

„Ich weiß“, murmel ich. „Aber ich kann Bionymous nicht aufgeben.“

„Das sollst du auch nicht“, meint Tom. „Aber wenn selbst du mit der jetzigen Situation nicht zufrieden bist, dann müssen wir dringend was ändern. Wir haben deinen verrückten Kalender so mitgemacht, weil wir dachten, das ist es, was du willst. Und wir dir nicht im Weg stehen wollen. Aber wenn du unglücklich bist, dann müssen wir daran was ändern. Dringend.“

Die Tränen hören nach so einer Ansprache natürlich nicht auf. Ich stehe auf und setze mich auf seinen Schoß. Seine starken Arme umfassen mich ohne zu zögern und ich weine an seiner Brust.

Mir war nicht mal bewusst, dass ich so unglücklich mit dieser Situation bin. Ich hab nicht gewusst, dass es mich beinahe aufgefressen hat. Erst jetzt, als Will mich fragte, was los sei, ist es mir klar geworden und das auch noch über einen Umweg, der meine Jungs verletzt hat. Scheiße, verdammte.

Seine Hände streicheln über meinen Rücken, er summt leise, wiegt mich hin und her, küsst immer wieder meinen Kopf. Will rückt seinen Stuhl näher und streichelt über meine Arme.

„Was können wir tun, um dir zu helfen, Baby?“ fragt er ernsthaft und ich fange erneut an zu flennen wie ein Schlosshund. Ich habe sie verletzt und jetzt sind sie es, die mir helfen wollen? Oh, Gott! Ich kann es nicht fassen.

Will zieht mich auf seinen Schoss, obwohl Tom mich nur widerwillig hergibt. Ich schlinge meine Arme um Wills Hals und verberge mein Gesicht an diesem. Seine Arme umfassen mich, ziehen mich eng an ihn.

„Alles okay, mein Mädchen, wein nicht.“

Tom streichelt mich, hält den Kontakt zu mir, lässt mich nicht eine Sekunde los. „Thea-Baby, komm schon. Hör auf so zu weinen. Es wird alles gut.“

Aber wie kann alles wieder gut werden, wenn man Dinge will, die diametral entgegen gesetzt zu den anderen sind? Das kann man nicht lösen. Ich muss eins von beiden aufgeben. Entweder gebe ich meine Firma auf oder das Leben mit meinen Jungs. Und es bricht mir das Herz daran nur zu denken! Eher noch könnte ich den Verlust von Bionymous verkraften, aber ich kann sie nicht verlieren.

„Ich kann euch nicht verlieren“, schluchze ich.

„Wirst du auch nicht“, murmelt Will an meinem Ohr und drückt mich fester.

„Doch“, entgegne ich. „Doch, wenn ich Bionymous nicht aufgebe, verliere ich euch.“

Tom kommt noch näher und irgendwie schaffen sie es, mich beide gleichzeitig zu halten. „Hör auf zu weinen, meine Thea. Du wirst uns nicht los.“

Ich kralle mich in Wills T-Shirt. „Ich darf euch nicht verlieren“, sage ich wie ein Mantra immer und immer wieder.

„Dann willst du deine Firma aufgeben?“ fragt Will. „Wenn ich sie jetzt verkaufe, kriegen wir bestimmt einen guten Preis.“

Seine Worte fahren wie eisige Schwerter in meinen Körper. Bionymous aufgeben. Bionymous aufgeben. Oh, Gott! Ich kann das nicht. Doch dann setzt sich die Erkenntnis durch. Ich kann eher meine Firma aufgeben als meine Jungs. So schwer es mir auch fallen wird, aber ich kann Will, Matt und Tom nicht aufgeben. Niemals, niemals.

„Wenn ich wählen muss, wähle ich euch“, sage ich und meine Stimme ist zwar tränenerstickt, aber auch fest.

Will grinst, umfasst mein Gesicht und küsst mich hart auf den Mund. „Du blöde Gans, Thea! Wir verkaufen deine Firma nicht, du musst weder dein Unternehmen, noch deine Männer aufgeben. Wir finden eine Lösung.“

Ich drehe mich zu Tom und er lächelt mich an. Er nickt. „Wirklich?“ frage ich.

„Thea, meine Thea, du weißt gar nicht wie glücklich es mich macht, dass du etwas für mich aufgeben würdest, was dir so wichtig ist. Aber weil du mir wichtig bist, könnte ich dich das niemals tun lassen. Wir finden eine Lösung. Wir alle Vier. Baby, wir schaffen das, okay? Das ist eine Schotterpiste, aber wir fahren sie gemeinsam.“

„Aber wie denn?“ frage ich. Und das frage ich mich wirklich. Wie sollen wir das schaffen?

Will schaut mich an. „Zunächst einmal wirst du vernünftige Arbeitszeiten einhalten. Wenn sich dann die Arbeit nicht erledigen lässt, wirst du eben jemanden einstellen, der dir hilft. Dann hast du nicht nur einen CFO, sondern eben auch einen CEO und du übernimmst nur die Aufgaben, die du wirklich tun willst.“

„Matt muss auch was an seinen Zeiten ändern. Er kann nicht jeden Abend und jede Nacht arbeiten. Das macht ihn genauso wahnsinnig wie dich“, wirft Tom ein.

„Du musst auch was an deinem Zeitplan ändern“, meine ich, „und Will sowieso.“

Sie nicken beide und ich kuschel mich gegen Will, streichel Toms Brust. „Wir schaffen das, Baby“, murmelt Will und streichelt sanft über meinen Kopf. „Und niemals mehr will ich so eine Scheiße hören, ist das klar?“

Ich nicke und drücke mich enger an ihn. „Tut mir leid.“

„Das hast du schon zehnmal gesagt“, grinst er und küsst meinen Kopf. „Ich bin nur froh, dass du es nicht ernst gemeint hast, sondern einfach nur verblödet warst.“

„Will, du bist echt ein Scheißpenner, der nicht weiß, wann er aufhören muss“, grolle ich und zwicke ihn in die Seite.

Er grinst nur und schließt seine Arme so eng um mich, dass ich kaum noch atmen kann. „Meine kleine Mistbiene, du brauchst wohl eine Abreibung.“

Ich küsse seinen Hals. „Heute nicht mehr. Ich kann nicht mehr.“

„Hat Matt dich gespankt?“ fragt er interessiert.

Ich schüttel den Kopf. „Nein, aber wenn du es tust, wirst du geil und willst mich dann ficken und das kann ich heute nicht mehr.“

Er lacht leise. „Du kennst mich ja doch ein bisschen, Baby.“

Er hebt mich hoch und bringt mich ins Bett. Er verschwindet kurz und Tom kommt, um mir eine gute Nacht zu wünschen. Wenige Minuten später ist Will wieder da, in Boxershorts und steigt neben mich ins Bett. Er zieht meinen Rücken gegen seine Brust, umschlingt mich mit seinen Armen, küsst meine Schulter. Es dauert nur Sekunden bis ich in Morpheus Armen ruhe.

 

Am nächsten Morgen dusche ich und gehe in die Küche. Auf dem Tisch steht ein Teller mit Nutellabrötchen und daneben liegen Immortelle. Mir treten Tränen in die Augen, die ich schnell weg blinzel. Tom schlingt seine Arme um mich und küsst sanft meinen Hals.

„Tut mir leid, Baby, das ich das aufgehört habe.“

Ich nicke und drehe mich in seinen Armen. Ich küsse ihn sanft auf die Lippen, lasse meine Zunge sanft über sie gleiten und stupse sie in seinen Mund, als er ihn öffnet. Zärtlich und gemächlich küssen wir uns, bevor er mich in Richtung Tisch schiebt und mich auf meinen Platz drückt. Er geht zur Kaffeemaschine und macht mir einen perfekten Milchkaffee.

Will kommt in die Küche, streichelt über meine Haare und schmiert sich ein Brötchen mit Frischkäse und Salami. Tom löffelt, wie jeden Morgen, seine Frühstücksflocken. Die liebt er über alles. Matt isst morgens immer Eier mit Spinat. Der Kerl ist strikt in seinem Diätplan. Bewundernswert, aber nichts für mich. Und ich beiße in mein göttliches Frühstück. Hmmh, lecker!

Will und ich fahren auf das BioKing-Gelände. Er hält kurz vor meinem Gebäude, küsst mich und fährt dann zu seinem. Ich gehe durch die elektrischen Türen und begrüße den Sicherheitstypen auf den Will bestanden hat. Er wollte nicht, dass irgendjemand einfach durch meine Räume spazieren kann. Paranoider Spinner. Aber ich bin doch beruhigt. Es ist Wayne, der vorher bei BioKing gearbeitet hat, und sich über die Beförderung gefreut hat. Eigentlich ist es keine, er macht den gleichen Job wie vorher, aber er weiß, dass Will nicht irgendwem diesen Auftrag gegeben hätte, sondern nur jemandem, dem er vertraut. Ergo Beförderung. Und ich weiß zufällig, dass er neben dem Gehalt, das ich ihm zahle, auch noch eines von Will bekommt. Ich hatte kurz überlegt, ob ich mich darüber aufregen soll, aber dann hat mir Wayne erzählt, dass sein Sohn jetzt aufs College geht. Da kann er jeden Penny gebrauchen. Und Mr. superarrogantes Arschloch, aka Mr. Ich-muss-mich-überall-einmischen-auch-wenn-es-mich-einen-Scheiß-angeht, war vom Haken. Aber er wäre ja nicht Will, wenn er nicht immer und immer wieder die Grenzen überschreiten würde. Ich werfe einen Blick auf die neu eingebauten, supermodernen Kameras.

Wie die da hingekommen sind? In einer Nacht und Nebel-Aktion von Mr. King Junior. Aber ich werde wohl alt. Ich kann mich nicht überwinden, mich besonders aufzuregen. Irgendwie ist es ja auch süß, oder? Oder einfach nur psychotisch. Die einen sagen so, die anderen so.

Als ich aus dem Aufzug trete, steht Sidney, meine Sekretärin-Schrägstrich-Assistentin-Schrägstrich-gute-Fee-Schrägstrich-Mädchen-für-alles, bereit, um mich auf den neusten Stand zu bringen, was über Nacht so alles angefallen ist. Und gestern Abend nicht zu vergessen. Immerhin bin ich ja gestern schändlicher Weise bereits um sieben Uhr nach Hause gefahren. Ich nehme ihr die Zettelchen ab, auf der die Nachrichten für mich stehen und gehe sie kurz durch. Nichts besonderes.

Ich sitze noch keine fünf Minuten an meinem Schreibtisch als meine Tür aufgerissen wird und Jay, mein CFO, reingestürmt kommt. Will hat sich teilweise durchgesetzt. Er ist bereits 50, aber er sieht für sein Alter richtig gut aus. Er ist die Art Mann, die mit dem Alter immer besser aussieht. Unfair, aber was will man machen.

„Thea, gute Neuigkeiten!“ Er wedelt mit einem Stapel Papiere. „Seit heute Morgen 3:27 Uhr machen wir Gewinn!“

Ich kann es kaum glauben, lasse mir die Papiere zeigen und faxe diese dann an Will. Ich muss meinen Erfolg mit ihm teilen. Es geht gar nicht anders.

Als Jay gegangen ist, sitze ich in meinem Stuhl und kann nicht aufhören zu grinsen. Ich hab es geschafft! Geschafft! Innerhalb des ersten Jahres in der Gewinnzone. Ich bin so gut! Mann, Thea Bennet, badass Businesswoman. Wow. Echt. Mega! Hammer. Ich bin… ja, ich bin so stolz auf mich.

Die Tür wird geöffnet und ich denke, es hält wohl niemand mehr was von dieser veralteten Tradition des Anklopfens, als ich Will sehe, der strahlend mit einer Flasche Champagner und zwei Gläsern in mein Büro kommt. Er schließt die Tür, stellt alles auf die kleine Anrichte und öffnet seine Arme. Lachend springe ich auf und laufe auf ihn zu, bevor ich mich in seine Arme fallen lasse.

„Ich bin so stolz auf dich, Baby“, lacht er und wirbelt mich herum. Ich beuge mich zu ihm, küsse ihn, und denke, ach, ist das Leben schön.