Leseprobe: The words unwritten

Ich bin Josie. Josephine Hart. Ich bin dreißig Jahre alt. Liam sagt, meine Haare seien tizianfarben, was einfach nur eine nettere Beschreibung für rot ist. Auf meinem Gesicht befinden sich so viele Sommersprossen, dass man sie gar nicht alle zählen kann. Liam hat es mal versucht und kam bei 256 durcheinander. Er war sich nicht mehr sicher, welche er schon hatte und welche noch nicht. Meine Augen sind braun, einfach nur braun, auch wenn Liam gerne sagt, dass sie die Farbe von gutem Brandy hätten. Ich bin nicht zu groß, nicht zu klein, nicht zu dünn, nicht zu dick. Ganz normal eben, auch wenn Liam meint, meine Größe sei perfekt.

Ich liebe Eis essen bei Gewitter, den Geruch von neuen Büchern, den Klang von Regentropfen auf der Fensterbank, Liams Finger auf meiner Haut. Ich mag es, als erstes ein neues Glas Nutella zu beginnen, das Messer durch die goldene Folie zu stechen und die cremige Oberfläche zu durchstoßen. Ich mag es, in alten Hosentaschen lang verloren geglaubte Schätze wieder zu finden, auch wenn es nur eine Haarspange ist. Ich mag es, sanft gegen Liams Haut zu pusten und zu sehen, wie sich seine Haare aufstellen. Ich mag es, Worte zu schreiben, die keiner je geschrieben hat.

Und ich mag Liam. Seit der ersten Klasse. Seit ich aus Versehen den Klassengoldfisch ermordet habe und er behauptet hat, dass er es war. Alle haben es geglaubt, so was passte zu Liam. Er ertrug seine Strafe mit stoischer Fassung, drehte sich zu mir um und zwinkerte mir zu. In der Pause schenkte ich ihm mein Butterbrot. Da war es entschieden. Liebe geht eben doch durch den Magen.

Bis zu diesem Zeitpunkt, dem 23. September 1987, war mein Leben grau und eintönig. Ich war zwar erst sechs Jahre alt, aber ich wusste, dass mein Leben genau so weitergehen würde. Wahrscheinlich würde ich mal in einer Bank arbeiten, montags bis freitags von neun bis fünf. Ich würde drei Katzen haben, Molly, Jack und Peter. Ich würde nachmittags nach Hause kommen, meinen Katzen Futter geben, mir ein Fertiggericht in die Mikrowelle stellen und mich dann vor den Fernseher setzen, um meine Lieblingsserie zu sehen, die mit ziemlich großer Sicherheit von einem Arzt handelte, der Antonio hieß, dunkle Locken und feurige Augen besaß, ganz zu schweigen von einem sinnlichen Mund, der dazu einlud, ihn zu küssen, der nicht wusste, was Liebe war, und daher jede Nacht eine andere hatte, bis er die zarte, überirdisch schöne Julia kennenlernte, die ihn die Liebe lehrte. Dann würde ich ins Bett gehen und davon träumen, dass mich mein Ritter in strahlender Rüstung aus meinem Turmzimmer (auch 30m²-Appartment genannt) errettet und mit mir in den Sonnenuntergang reitet, raus aus meinem eintönigen Leben.

Dass ich diesem Leben entkommen bin, habe ich Liam zu verdanken. Liam Hart. Er ist dreißig Jahre alt. Seine Haare sind blond, immer ein kleines bisschen zu lang, immer verwuschelt. Ich glaube, dass seine Haare das weichste sind, was ich je angefasst habe. Er hat eine kleine Narbe am rechten Mundwinkel in der Form eines Halbmonds. Ich küsse diese Stelle ganz besonders gerne. Er hat blaue Augen, die ich gerne als Kornblumenblau beschreibe, doch eigentlich sind sie blasser. Er ist groß, hat breite Schultern, Bauchmuskeln und einen knackigen Hintern. Ich liebe es, ihm beim Schlafen zuzusehen und mir jedes Detail einzuprägen.

Liam liebt das Gefühl von Salz und Wind auf seiner Haut, den Moment der Stille bevor das Chaos ausbricht, meine Lippen auf seinen. Er mag es, im Auto zur Musik laut – und falsch – mitzusingen. Er mag es, sich vorzustellen, wie es in Büchern nach dem Ende weitergeht. Seine liebsten Vorstellungen handeln von Zombieinvasionen, die alles Leben zerstören und nur noch unfruchtbare Erde zurücklassen. Er mag es, wenn ich auf der Fensterbank sitze und auf ihn warte, bis er von der Arbeit kommt.

Und er mag mich. Seit der ersten Klasse. Seit mir Sophie Beauford am ersten Tag gesagt hat, dass ich aussehe wie ein Frosch, und ich mit zitternder Unterlippe und großen, traurigen Augen da stand und es nicht fassen konnte, dass jemand so gemein war. In dem Moment wusste er, dass er alles tun musste, um mich vor weiterer Trauer zu beschützen.

Bis zu diesem Zeitpunkt, dem 14. September 1987, hatte sein Leben keinen Sinn. Er war zwar erst sechs Jahre, aber er wusste, dass sein Leben genauso nutzlos weiter gehen würde. Wahrscheinlich würde er als Drogendealer arbeiten, ständig auf Achse sein, jede Menge Kohle scheffeln, von einer Party zur nächsten streifen, sich die Nase wund koksen, schnelle Autos zu Schrott fahren, mit den schönsten Frauen genau eine Nacht verbringen, sie dann ablegen wie einen alten Hut. So würde er zwanzig Jahre leben, sich fragen, was der Sinn des Lebens ist, sich mit vierzig eine Pistole in den Mund stecken und seinem überflüssigen Leben ein Ende bereiten.

Dass er diesem Schicksal entkommen ist, hat er mir zu verdanken.

Seit dem 24. September 1987 waren wir kaum einen Tag getrennt. Er hatte auf dem Schulhof nach meiner Hand gegriffen, mich angeschaut und das war’s. Besiegelt. Für immer und ewig. Josie und Liam. Liam und Josie.

 

Ich sitze auf der Fensterbank und blicke auf die regennasse Straße. Ich sehe, wie der schwarze BMW geschickt in eine kleine Lücke manövriert wird. Mein Herz macht einen leichten Sprung. Mein Mann. Er steigt aus und blickt nach oben. Seine Augen leuchten auf und seine Lippen verziehen sich zu einem kleinen Lächeln, ein bisschen schüchtern, ein bisschen verschmitzt. Wie liebe ich dieses Lächeln und ihn. Ihn noch mehr als sein Lächeln. Ich drücke einen Kuss gegen die Fensterscheibe und er strahlt. Er sprintet los. Ich springe von meinem Sitzplatz und öffne die Tür.

Ich kann ihn hören, wie er in Windeseile die drei Treppen bis zu unserer Wohnung hoch eilt, zwei Stufen auf einmal nimmt. Ich stehe in der offenen Tür, habe nur ein weißes Hemd und Unterwäsche an. Er ist da! Ich werfe mich ihm um den Hals, er hebt mich hoch, seine Lippen finden meine. Er tritt die Tür zu und drückt mich gegen die Wand im Flur. Meine Beine wickeln sich um seine Hüften, meine Hände sind in seinen Haaren, seine sind überall. Auf meinen Brüsten, meinem Hintern, meinen Hüften, meiner Taille, an meinem Gesicht, meinen Beinen.

»Wie hast du mir gefehlt«, murmelt er. Ich kichere. Es waren gerade mal zehn Stunden. Sein Mund ist auf meinem, küsst mich, erobert mich, entzückt mich.

Ich ergreife sein Revers und ziehe ihn näher an mich. Hmmh, er schmeckt so gut. Ich liebe seinen Geruch, männlich und sexy. Ich bin mir sicher, dass wir ein Vermögen machen würden, wenn wir nur herausfänden, wie wir seinen Duft in Flaschen abfüllen könnten. Nicht, dass ich in diesem Moment wirklich nachdenken könnte.

Seine Hände lassen einen Moment von mir ab, öffnen seine Hose, schieben den Schritt meines Höschens zur Seite. Er legt seine Finger kurz gegen den Eingang meiner Scheide, spürt, dass ich feucht bin (und wie!), und mit einer geschmeidigen Bewegung steckt er seinen Schwanz tief in mich. Ich stöhne auf, das Gefühl, so vollständig gefüllt zu sein, ist kein neues, aber jedes Mal wieder unglaublich. Er umfasst meine Hüften und beginnt in mich zu stoßen. Mit jeder seiner Bewegungen werde ich härter in die Wand gepresst, seine Finger bohren sich in meine Haut.

Ich grabe meine Nägel in seine Schultern. Er spürt es kaum, zwei Lagen Stoff verhindern es. Ich lasse den Kopf gegen die Wand fallen, schließe die Augen.

»Augen auf, Baby.« Ich folge seinem Befehl. Seine blauen Augen verdunkeln sich, starren in meine, begehrlich, besitzergreifend, voller Liebe.

Seine Stöße werden härter, bei jeder Aufwärtsbewegung zieht er meine Hüften runter. Ich spüre, dass er kurz vor dem Höhepunkt steht. Ich weiß, wie ich ihn zum Explodieren bringe und beiße in seine Lippe. Er kommt. Er ist bis zum Anschlag in mir, stoppt seine Bewegungen, und ich spüre die warme Welle seines Spermas in meinem Inneren. Er lässt seine Hüften kreisen, um das letzte bisschen Lust auszukosten.

Er küsst mich, sanft und liebevoll. Seine Zunge spielt langsam mit meiner, ich schlinge meine Arme um ihn. Dann setzt er meine Füße langsam wieder auf den Boden, meine Beine sind noch immer Wackelpudding. Er hält mich fest, bis ich mich stabilisiert habe, zieht dann seinen Schwanz aus mir und packt ihn wieder ein. Seine Hände legen sich um mein Gesicht, er lächelt mich an. Ich küsse ihn auf die Handinnenfläche. Er drückt einen zarten, nassen Kuss auf meine Lippen und lässt mich los.

»Ich hab Hunger«, sagt er lachend, »hast du schon mit dem Kochen angefangen?«

Ich schüttel den Kopf. »Ich bin auch gerade erst nach Hause gekommen.«

Er zieht überrascht die Augenbrauen hoch. »Was hat dich aufgehalten?«

Ich zucke mit den Schultern. »Ach, der Bernstein-Fall …« Er schaut mich erwartungsvoll an. Ich zucke erneut mit den Schultern. »Die Besitzstrukturen in diesem Fall sind unglaublich verworren. Die Zeitzeugenberichte sind lückenhaft, und wir schaffen es einfach nicht zu verifizieren, ob die Erben von Mordechai Bernstein ein Anrecht auf die Bilder haben oder nicht. Mir baumeln immer irgendwelche losen Enden vor der Nase rum, und ich kriege sie nicht zu packen. Es ist frustrierend. Die Museen, Galerien und Privatiers sind natürlich nicht wirklich entzückt über die Idee, dass sie eventuell ihre wertvollsten Gemälde rausrücken müssen. Ich weiß nicht. Vielleicht ist das einfach eine Nummer zu groß für mich.«

Er fasst nach meiner Hand und zieht mich in die Küche. »Sei nicht albern, Jo. Du bist die Beste. Wenn du es nicht kannst, kann es keiner.« Und so hat mein Mann meine Selbstzweifel einfach beiseite gewischt. Wie kann ich ihn nicht lieben? Obwohl er mich gerade genommen hat, ohne sich Gedanken um meinen Orgasmus zu machen.

Er scheint etwas in meinem Gesicht zu lesen. Er zieht mich an sich und murmelt mir ins Ohr: »Ich mach’s nachher wieder gut. Du wirst die ganze Nacht kommen.« Dann leckt er in einer sanften Bewegung meine Ohrmuschel entlang, und in mir zieht sich alles zusammen. Er grinst mich an. Er weiß genau, wie er mich tangiert.

Er lässt mich wieder los, zieht sein Sakko aus, die Krawatte ebenfalls, wäscht sich die Hände und macht den Kühlschrank auf. Er nimmt Paprika, Hühnchen und Tomaten raus, dreht sich zu mir und fragt: »Paprikahühnchen okay?«

Ich nicke und hole eine Flasche Wein, öffne sie und lasse den Weißen in zwei Gläser fließen. Dann hüpfe ich auf die Arbeitsplatte und schaue ihm zu, wie er Paprika, Tomaten und Zwiebeln kleinschneidet, das Hühnchen abtupft und alles mit Gewürzen in eine Auflaufform schichtet. Und ab in den Ofen.

Nachdem er sich den Vogel von den Fingern gewaschen hat, öffnet er den Kühlschrank wieder, holt verschiedenen Blattsalat, Frühlingszwiebeln und hartgekochte Eier raus. Ich klatsche vor Freude in die Hände. Mein Lieblingssalat!

Er grinst mich an. »Echt, Jo, an einem dieser Tage solltest du mal für mich kochen.«

»Es gibt nichts Besseres als dir beim Kochen zuzusehen und zu wissen, dass du mir gehörst.« Ich erwidere seinen Gesichtsausdruck. Er wirft mir einen Blick voller Begierde zu und hackt dann die Lauchzwiebeln in Ringe. Er fügt mein Lieblingsdressing hinzu (Olivenöl, Zitrone, Salz und Pfeffer), mixt alles, holt mit den Fingern ein Salatblatt raus und steckt es mir in den Mund.

»Du bist echt der Hammer.« Ich ziehe ihn zu mir, so dass er zwischen meinen Oberschenkeln zum Stehen kommt. Er küsst mich auf den Mund, der sofort nachgibt und ihm alles darbietet, was er will. Seine Hände schließen sich um meinen Hintern, und er zieht mich an sich.

»Wir haben seit fünfzehn Jahren Sex. Eigentlich sollte das ständige geil sein doch mal nachlassen«, scherzt er.

Ich werfe ihm einen bitterbösen Blick zu. »Darüber macht man keine Witze, Liam Hart!«

Er lacht und hebt in gespielter Unterwerfung die Hände. Ich schaue ihn zufrieden an. »Gut, leg deine Hände wieder um meinen Hintern und küss mich.« Er zieht mich an sich, und ich spüre, dass er erneut hart wird.

Eine Hand wandert zwischen meine Beine, er schiebt den Stoff zur Seite und schiebt zwei Finger in mich. Ich lasse mich gegen seine Brust kippen und stöhne laut auf. Ich spüre sein Lachen in seinem Oberkörper rumoren.

»Mein liebstes Geräusch ist dein Stöhnen, wenn ich dir meinen Schwanz oder meine Finger reinstecke oder an deiner Muschi lecke.« O Gott, wie kann er nur solche Sachen sagen?

Er beginnt seine Finger rauszuziehen und wieder reinzuschieben. Sein Rhythmus wird schneller, mein Atem kommt nur noch stoßweise. Ich kralle meine Finger in den Stoff seines Hemdes. Er schiebt einen dritten Finger in mich. Ein kleiner Schrei kommt über meine Lippen. Ich werfe den Kopf in den Nacken, lehne mich gegen den Schrank, wölbe ihm meinen Körper entgegen. Er fickt mich mit seinen Fingern, hart. Ich komme gleich. Ich spüre, wie sich alles in mir aufbäumt.

»Ich kann es nicht erwarten, dich heute Nacht zu ficken bis du schreist«, flüstert er in mein Ohr. Während seine eine Hand mich fickt, presst sich seine andere gegen meinen Busen, er findet die Brustwarze, senkt seinen Kopf ab, nimmt sie zwischen die Zähne und beißt zu.

Ich komme sofort, mein ganzer Körper zieht sich zusammen, meine Zehen kräuseln sich. Ohhhh …

Schwer atmend lasse ich mich gegen Liams Oberkörper fallen. Er zieht seine Finger aus mir, fährt mit ihnen an meiner Unterlippe entlang, befeuchtet meine Lippen mit meiner Nässe. Dann lässt er mich seine Finger ablecken. Kaum bin ich fertig, küsst er mich hart und versucht, meinen Geschmack einzusaugen.

»Du schmeckst so gut, Jo«, murmelt er gegen meinen Mund. »Ich lecke dich später, und dann steck ich dir meinen Schwanz in den Hintern.« In mir zieht sich wieder alles zusammen, süße Vorfreude.

Er grinst, als er meinen Gesichtsausdruck sieht. »Ja, Baby, wer hätte gedacht, dass du so auf anal stehst, was?« Ich nicke und erinnere mich an unseren kleinen Stellungskrieg, was dieses Thema angeht. Liam wollte unbedingt, ich gar nicht. Jahrelang haben wir darüber diskutiert, er hat mir aber immer die Entscheidung überlassen. Bis ich schließlich kein Geschenk für seinen fünfundzwanzigsten Geburtstag wusste und ihm das Eine schenkte, was er unbedingt wollte. Meinen jungfräulichen Hintern.

Mich hat es überrascht, wie sehr es mir gefiel. Ihn hat es entzückt, dass ich so reagierte, und seitdem steht es auf unserem … hmmh … Spielplan, obwohl wir uns beide einig sind, dass vaginal besser ist. Und oral auch.

Liam deckt den Tisch für uns, und ich schaue ihm zu. Ja, für Kochen und so ist er zuständig. Damit habe ich nichts am Hut. Während es in meinem Elternhaus eine Köchin gab und ich nichts tun musste, hat er sich schon von klein an um alles im Haushalt gekümmert, während sich seine Junkie-Mutter den nächsten Schuss setzte.

Ich fülle unsere Weingläser auf und setze mich, warte auf die unglaublichen Gaumenfreuden, die gleich kommen. Und ich werde nicht enttäuscht. Lecker, lecker. Ich schaue zu ihm auf, er lächelt mich an und sieht zufrieden aus. Er mag es, wenn er für mich kochen kann, mich umsorgen darf.

Er sieht auch lecker aus, und zum wiederholten Mal kann ich nur denken, was ich für ein Glücksschwein bin, dass er mich ausgewählt hat, damals vor vierundzwanzig Jahren. Und dass er mich vor zwölf Jahren geheiratet hat. Ja, ich weiß, achtzehn ist reichlich jung fürs Heiraten, aber es spielte keine Rolle. Wir fühlten beide, dass es das Richtige ist.

Ich starre ihn an. Ich kann mir nicht helfen, mein Mann ist sexy. Groß, so groß, dass er mich selbst dann noch überragt, wenn ich zehn Zentimeter hohe Absätze trage. Er hat den perfekten Körper, breite Schultern, schmale Hüften, Muskeln, aber nicht massiv, Hammer-Abs. Seine Haare sind wuschelig, goldblond. Seine Augen strahlen aus tiefstem Blau. Seine Lippen, hmmh.

Ich schaue auf seinen Mund und bemerke, dass er mich anlächelt, als wollte er mich gleich aufessen. »Siehst du was, was dir gefällt?«, fragt er mich.

Ich schlucke. Und ob.

»Hat es dir die Sprache verschlagen, Jo? Soll ich mich geschmeichelt fühlen oder angepisst?«

Ich weiß, er scherzt, aber wenn er mich so wölfisch anschaut, verliere ich jeden zusammenhängenden Gedanken. Ich bin so erregt und hoffe, dass er mich gleich hier auf dem Esszimmertisch nimmt.

Er schaut mich mit seinem intensiven Blick an. »Steck dir einen Finger rein und sag mir, wie nass du bist.«

Ich schlucke. Es sollte mich nicht überraschen, so redet er seit fünfzehn Jahren mit mir, seit wir zum ersten Mal Sex hatten. Er gibt mir Befehle, ich führe sie aus. Er ist der Boss im Bett. Ich liebe es. Ich überlasse ihm gerne die Führung beim Sex, würde sie ihm aber nie im ›normalen‹ Leben geben. Er akzeptiert das, auch wenn es ihm manchmal schwer fällt.

Ich führe einen Finger ein und lächel ihn an. »Sehr nass.«

Er zieht scharf die Luft ein. »Scheiße, Josie. Du gibst mir das Gefühl, ein Teenager zu sein. Ich kann dich doch nicht täglich drei Mal ficken.« Er grinst. »Naja, ich kann schon …«

Ja, er kann.

Ich öffne langsam mein Hemd. Ich höre ihn knurren. »Genug, Jo. Ab ins Bett mit dir, nackt und die Beine schön breit.« Ich brauche nur eine Sekunde, bis ich aufspringe und mich auf den Weg in unser Schlafzimmer mache.

Er lässt mich nicht lange warten. Er fasst um meine Knöchel, zieht sie weit auseinander und rammt ohne Vorwarnung in mich. Sein Schwanz ist riesig. Als wir das erste Mal Sex hatten, hab ich gedacht, dass er nie im Leben in mich passen würde. Es war am Anfang ein bisschen unangenehm, naja, ein bisschen mehr. Die ersten paar Male um genau zu sein. Aber dann änderte es sich und ich liebe nichts mehr, als von ihm vollständig gefüllt zu werden. In meiner Muschi, in meinem Mund und in meinem Hintern. Ich will ihn immer in mir, immer auf mir, immer neben mir.

Er lässt mir keine Zeit, ihn in mir zu akzeptieren, sondern zieht sofort wieder raus, um noch einmal in mich zu hämmern. O Gott! Ich liebe es, wenn er mich hart nimmt, wenn er nur an sich denkt und nicht an mich. Ich liebe es, wenn er sich nimmt, was er braucht, und ich gebe ihm alles nur zu willig.

Seit dem ersten Mal gab es kaum einen Tag, an dem wir nicht gevögelt haben. Anfangs war es schwer. Meine Eltern waren streng, sie passten auf mich auf, wollten nicht, dass ein Loser wie Liam ihre Tochter, von der sie Großes erwarteten, verführte oder überhaupt Zeit mit ihr verbrachte. Und mit Großes meine ich, sie erwarteten, dass ich mindestens einen Senator heiraten würde, besser einen Industriemagnaten oder einen Media Tycoon.

Aber wir schafften es. Wir trafen uns täglich und taten es täglich. Er war unersättlich und ich auch. Manchmal fragte ich mich, ob unsere Beziehung nur aus Sex bestand, aber dann musste ich verträumt lächeln und dachte an all die Dinge, die wir taten, wenn wir es nicht taten. Er war perfekt. Mein Gegenstück.

»Josie, wo bist du?«, fragt er prüfend. Oh, Mist. Wie kann ich nur träumen, während er mich vögelt?

Ich fokussiere mich wieder auf ihn, lächel ihn auffordernd an, schiebe ihm mein Becken entgegen und erwarte jeden seiner harten Stöße.

Er schaut mich böse an und hält still. Dann zieht er seinen Schwanz aus mir. »So nicht, Josephine Hart.« Ich fühle mich verlassen, vermisse ihn, sobald er nicht mehr in mir ist.

Ich blicke in seine Augen und sehe Eis. Mist. Ich hab ihn verletzt.

Er marschiert aus dem Zimmer und ich laufe hinter ihm her. »Liam, bitte, es tut mir leid. Ich …«

Er geht in sein Arbeitszimmer und schlägt die Tür vor meiner Nase zu. Einen Moment stehe ich geschockt da. Das hat er noch nie getan. Was ist nur los mit ihm? Ich überlege, was ich tun soll, als die Tür wieder aufgeht.

Er küsst mich sanft auf die Lippen. »Entschuldige, Jo, ich hätte das nicht tun sollen.« Er funkelt mich an. »Ich bin scheißewütend, aber ich hätte nicht die Beherrschung verlieren sollen. Tut mir leid, dass ich dich ausgeschlossen habe.«

Ich nicke, und er schaut zufrieden. Er zieht mich in sein Arbeitszimmer, bedeutet mir Platz zu nehmen, schaut mir in die Augen: »Und?«

Ich bin ein bisschen verwirrt und spüre wie es meinem Gesicht anzusehen ist.

»Wenn ich in dir bin, dann sei da. Ich will keine Gummipuppe ficken. Ich erwarte, dass meine Frau mir antwortet, dass sie meinem Körper antwortet und mir zeigt, dass ich sie geil mache. Ich werde es nicht dulden – und du kannst mit deinen Augen rollen, wie du willst –«, ich tue es tatsächlich, »wenn du einfach nur wie eine Nutte, die stoned ist, unter mir liegst.« Er fasst nach meinem Kinn. »Langweile ich dich? Willst du mich nicht mehr?« Er schaut ein bisschen ängstlich. Ich bin geschockt, mein über alle Maßen selbstbewusster Mann fürchtet, dass ich ihn nicht mehr wollen würde.

Ich lege meine Hände an sein Gesicht, streichle seine Wangen, klettere auf seinen Schoß, sitze rittlings auf ihm. »Ich will dich so sehr, dass ich schon Entzugserscheinungen habe, wenn du noch in mir bist. Ich will dich so sehr, dass ich auf der Arbeit ständig daran denke, was du am Morgen mit mir gemacht hast. Ich will dich so sehr, dass ich den Tag fürchte, an dem du mich nicht als erstes vögelst, wenn du zur Tür reinkommst.«

»Der Tag wird niemals kommen.«

Ich kichere. Ich drücke meine Lippen sanft gegen seine. »Ich liebe dich, Liam. Mehr als alles andere.«

Seine Hände umfassen meinen Hintern und ziehen mich zu sich. Seine Zunge leckt an meiner Unterlippe, und ich öffne meinen Mund mit einem Stöhnen. Sofort ist er in mir, sein Kuss fordernd. Es fühlt sich an, als wollten wir ineinander kriechen. Er hebt meinen Hintern an und senkt mich auf seinen Schwanz. Ah, dieses volle Gefühl! Ich liebe es, wenn er in mir ist. Ich bewege mein Becken auf und ab, presse meine Brüste gegen ihn – ich weiß, dass er das liebt –, und lass ihn mit seinem Mund meinen ficken. Jedes Mal, wenn ich mich wieder auf ihn senke, stößt er nach oben, will tiefer rein. Seine Hände liegen auf meinem Hintern, und seine Finger greifen in meine Pospalte. Sie bohren sich in mein Fleisch. Plötzlich hebt er mich von sich und legt mich auf seinen Schreibtisch. Mein Oberkörper liegt auf der glatten, kühlen Oberfläche. Seine Hände greifen nach meinen, und er führt sie zur Kante.

»Halt fest, Jo, lass ja nicht los.« Ich nicke und schlucke.

Er steckt seinen Schwanz langsam in mich und zieht ihn wieder raus. Dann sind seine Finger in mir, er verteilt meine Feuchtigkeit. Er steckt seinen Schwanz noch einmal in meine Muschi, dann dringt er in meinen Hintern. Der erste Moment fühlt sich immer ungewohnt an, als hätten meine Muskeln vergessen, dass er schon mal hier war – schon hundertmal.

»So geil eng, Baby«, stöhnt Liam. Ich weiß, er liebt es, mich von hinten zu nehmen. »Ich bin gleich drin.« Und mit einer schnellen Bewegung setzt er seine Ankündigung um. Er durchbricht meine zusammengezogenen Muskeln, und ich schreie vor Wonne auf. »Ja, Baby, ich will, dass du schreist.« Er rammt in mich.

»O Gott, Liam!«, schreie ich.

Er haut mir mit der Hand auf den Hintern, hart, und gleichzeitig stößt er in mich.

»Ist das gut?« Ich bin nicht mehr zu kohärenten Sätzen fähig. Ich fühle einen weiteren Klatsch auf meinem Hintern. »Antworte, Baby. Ist das gut?« Seine Stöße kommen schneller und schneller. Meine Hände krampfen sich um die Tischkante, ich beiße auf meine Unterlippe.

Ein weiterer Schlag. »Antworte, Josephine!«

Ich kenne den Tonfall und versuche, zu fokussieren. Ich nicke. »Ja, ja, ja, oh, Liam!«

Ich winde mich unter ihm. Er ergreift meine Hüften, hält mich fest und stößt in mich. Ich kann ihn keuchen hören, fühle wie sein Körper jedes Mal gegen meinen schlägt, spüre den Schweiß seiner Hände auf meinen Hüften. Ich wölbe meinen Rücken, strecke ihm meinen Hintern entgegen. Sein fordernder Rhythmus wird nicht langsamer.

»Scheiße, Jo, ich bin gleich da«, flucht er. »Warum bist du auch so geil eng?«

Er greift an meine Klit und beginnt in kleinen Kreisen um sie zu fahren. Er will nicht ohne mich kommen. In diesem Moment liebe ich ihn noch mehr.

Ich spüre meinen Orgasmus kommen. Wie eine Woge schlägt er über mir zusammen, zieht mich unter Wasser, wirbelt mich herum und spuckt mich dann an Land. Ich zittere von der Heftigkeit des Höhepunkts. Ich spüre, dass er ebenfalls soweit ist. Kurz bevor er kommt, zieht er seinen Schwanz aus mir heraus und sein Samen spritzt auf meinen Hintern und meinen Rücken. »Gott, Jo, so geil!«

Er lässt sich auf mich fallen und beginnt meine Schultern zu küssen, meinen Rücken, kleine schnelle Küsse gegen meine Wirbelsäule.

»Warum hast du rausgezogen?«, frage ich müde.

Ich spüre sein Grinsen an meiner Schulter. »Du magst es nicht, wenn ich in deinem Hintern abspritze.«

Ich schüttle den Kopf. »Das hab ich nie gesagt!«

»Das stimmt, aber ich weiß es trotzdem.« Er küsst mich, geht rasch ins Bad, zieht mich dann in seine Arme und setzt sich mit mir in seinen Schreibtischstuhl. Ich sitze auf seinem Schoß und krabble praktisch in seine Brust.

»Magst du es?«

Er zuckt mit den Achseln. »Ja, aber ich will nicht, dass du Dinge tust, die du nicht magst, nur weil ich sie mag. Außerdem ist es auch geil, auf dir abzuspritzen.« Er grinst und küsst mich.

Er spürt mein Lächeln. »Was?«

Ich schüttle leicht den Kopf. »Ich frage mich gerade nur, ob du noch perfekter sein kannst.«

»Du bist perfekt, Jo.« Er zieht mich enger an sich, und wir sitzen eine Weile so da, in den Armen des anderen, glücklich, zufrieden, ein bisschen müde.

»Ich liebe dich, Liam«, flüstere ich.

Seine Arme schließen sich fester um mich, und ich küsse sanft seinen Hals. »Ich liebe dich auch, meine Josie.«