Meine Marketingstrategie?

Zunächst erschienen bei epubli

Mein erstes Buch ist Mitte März erschienen. Ende März habe ich eine Facebook-Page erstellt und diese ab Ende April genutzt. Ich hatte eine Handvoll Fans und kaum Interaktion. Aber ich habe es mir zur Pflicht gemacht, alle Kommentare, jede E-Mail und jede einzelne Privatnachricht zu beantworten. Wer mir schreibt, bekommt eine Antwort, das war immer mein Credo. Mittlerweile schaffe ich es nicht mehr jeden Kommentar zu beantworten, aber ich like sie und ich schreibe Antworten zu manchen.

Wenn man mich fragt, was ich für Marketing betreibe, würde ich aus dem Bauch heraus sagen: gar keins. Je mehr ich aber darüber nachdenke, desto bewusster wird mir, dass ich es eigentlich doch tue. Nur ist es kein klassisches Marketing, sondern das, was ich als „Freundlichkeitsmarketing“ bezeichne: Ich bin freundlich zu meinen Leser*innen, ich gebe Einblicke in mein Leben, auch wenn ich unter einem Pseudonym schreibe, ich scherze und lache mit ihnen, ich gratuliere zum Geburtstag, ich antworte auf Fragen, spende Bücher für verschiedene Gewinnspiele, ich bin als Leserin in verschiedenen Gruppen und schreibe da über meine Lieblingsbücher, gebe Tipps. Ich hab noch nie meine Bücher als Lesetipps vorgeschlagen, ich poste nur auf meiner eigenen Seite und auf meiner Autorenseite, wenn ein neues Buch rauskommt, ich spamme keine Gruppen voll. Ich bin nett – das ist alles.

„Ich mag zwar ihre Bücher nicht, aber sie find ich toll.“ Diesen Satz höre ich durchaus gerne. Ehrlich, mir ist es lieber, als netter Mensch wahrgenommen zu werden denn als großartige Autorin. Letzteres ist ein Bonus, aber so lange meine Leser*innen und auch Nicht-Leser*innen mich für einen freundlichen Menschen halten, bin ich zufrieden.

Das Ganze kann man nun als ausgeklügelte Marketingstrategie bezeichnen, aber das ist es nicht. Es ist einfach die Art und Weise, wie ich mit Menschen umgehen möchte. Ich glaube, dass meine Leser*innen fühlen, dass ich ehrlich bin, dass ich dankbar bin, dass ich sie mag, auch wenn wir uns nur virtuell kennen.

Manche begleiten mich nun schon seit einem halben Jahr. Ich sehe ihre Statusnachrichten, ich sehe ihre Kommentare, ich sehe ihre Fotos und Videos, ich sehe ihre Lieblingsbücher und noch so viele andere kleine Dinge, dass ich das Gefühl habe, viele von ihnen wirklich gut zu kennen. Sie sind mittlerweile nicht nur Leser*innen, sondern irgendwie auch Freund*innen.

Ich glaube, das ist das Besondere am Self-Publishing: der enge Kontakt zu den Leser*innen. Wir fühlen uns nicht an, wie „die da oben“, sondern wie eine Freundin, die sich auch für Bücher begeistern kann, die kleine Scherze macht, die Kritik und Vorschläge annehmen kann. Wir sind ansprechbar und erreichbar, oder zumindest vermitteln wir dieses Gefühl mehr als die großen Autor*innen, die es auf die Bestsellerlisten schaffen.

Aus Leser*innen werden Freund*innen. Ein schöneres Kompliment kann ich mir nicht vorstellen.

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