My two cents

Ich versuche ja, keine Rezensionen zu lesen seit man mir in einer vorgeworfen hat, ich hätte fünfzig Amazonaccounts und würde meine Bücher immer selber bewerten, denn sonst könnten sie ja nicht so gute Bewertungen erhalten. Mal abgesehen davon, dass ich immer fraglich finde, seinen eigenen Geschmack allen anderen aufdiktieren zu wollen, ärgern mich solche unsachlichen Rezensionen. Und sie machen mich traurig. Daher will ich eigentlich keine Rezensionen lesen, aber das klappt nicht so ganz. 😉

Manchmal stolpere ich dann aber eher unbeabsichtigt über Rezis über die ich dann intensiver nachdenke.

An die Rezensentin, die mir vorgeworfen hat, The words unwritten sei von einem Ghostwriter geschrieben worden, weil es so anders ist:

Ja, The words unwritten ist anders. Das steht ja auch dick und fett in der Buchbeschreibung. Aber trotzdem habe ich dieses Buch geschrieben. Ich habe jedes einzelne Wort verfasst und habe bei den meisten dieser Worte Tränen vergossen. Und auch, wenn man das Thema des Buches nicht mag, auch wenn man die Struktur der Geschichte nicht mag, ist mein Stil doch unverkennbar. Das Thema mag ein anderes sein – und das mag dir auch nicht passen -, aber ich habe ja gewarnt und darauf hingewiesen, das es so ist.

An die Rezensentin, die mir vorgeworfen hat, dass ich zu jung bin, um die Gedankengänge einer Mittdreißigerin wieder zugeben:

Ich danke dir sehr für dein Kompliment. Aber ich bin 33, Charlie ist 36 als die Geschichte beginnt. Ich denke doch, dass das kein so großer Unterschied ist. Aber ich glaube tatsächlich, dass frühere Generationen schneller erwachsen geworden sind als die heutigen Mittdreißiger. Meine Mutter hatte in meinem Alter schon zwei Kinder. Und ich denke, ich hab ja noch Zeit … Ich glaube auch, dass man je nach Lebenslage anders mit Situationen umgeht. Wenn du meinst, dass Charlies Gedanken zu unvernünftig sind, dann überleg doch mal, aus was für einer Situation sie kommt. Auf der einen Seite war sie nie richtig jung, weil sie immer ihren missbrauchenden Ehemann unterstützen musste, auf der anderen Seite ist sie aber auch nie wirklich erwachsen geworden. Ihre Sozialisation wurde im Keim erstickt.

Und auch hier ist dann wieder der Punkt erreicht, weil ich so nicht bin, kann auch niemand anderes so sein. Weil ich das nicht erlebt habe, kann das auch niemand sonst erleben. Aber man kann! Weil du und deine Erfahrungen keine allgemein gültige Maxime sind. Genauso wenig, wie ich und meine Erfahrungen. Wir alle sind die Summe unserer Erfahrungen, und keine ist besser oder schlechter. Wir sind alle anders. Aber Empathie bedeutet, sich in andere und ihre besondere Situation hineinversetzen zu können.

An die Rezensentin, die mir vorgeworfen hat, meine Geschichten sind vorhersagbar:

Ja, das sind sie. Genau wie jede andere Liebesgeschichte, die mit einem Happyend aufhört. Und wieso? Weil immer am Anfang schon klar ist, dass die beiden einen Weg finden werden, sonst gäbe es ja kein glückliches Ende. Und wo wir gerade dabei sind, auch Liebesgeschichten ohne Happyend sind vorhersagbar, da bekommen sie sich dann am Ende nämlich nicht 😉

An die Rezensentin, die mir vorgeworfen hat, ich fluche zu viel:

Verdammte Scheiße, aber ja 😉

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