Reflections No. 2

Als ich im März 2014 Writing her own story veröffentlichte, wusste ich nicht, was für eine Reise vor mir liegt. Aber wie sollte ich es auch wissen? Die Aschenputtelgeschichte kommt sonst nur im Fernsehen.

Am 12. August 2014 bin ich 33 geworden. Ich habe den Tag beim Slot Machine spielen in Las Vegas verbracht, abends war ich auf einer Show mit Elvis, Cher und Co. Und dann hab ich in meiner sündhaft teuren Suite geschlafen, für die ich ein Upgrade bekommen habe, weil ich zehn Minuten beim einchecken warten musste. Passenderweise habe ich auch an dem letzten Geburtstag einen Post mit dem Titel Reflections geschrieben.

Die letzten zwölf Monate waren Wahnsinn. Nicht nur, dass ich seit nun mehr vierzehn Monaten als Autorin arbeite. Das ist toll, aber nicht das Wichtigste. Was für mich schon immer mehr gezählt hat, als Geld und Ruhm sind die Menschen. Die wunderbaren Menschen, die ich kennenlernen durfte. Jede einzelne Leser*in ist ein echtes Geschenk und viele von euch „kenne“ ich mittlerweile, weil ihr mich an eurem Leben teilhaben lasst. Ihr schickt mir Mails und Nachrichten, schickt mir Fotos aus dem Urlaub oder von euren Tattoos, ihr schickt mir Einhornkekse oder Carepakete nach dem Urlaub, weil ihr dachtet, mein Kühlschrank ist bestimmt leer.

All diese Dinge, all diese vielen Dinge, die ihr aus Zuneigung und Freundschaft für mich tut, treiben mir ein übers andere Mal die Tränen in die Augen, wie auch jetzt. Ich frage mich, wieso Menschen, die ich nicht einmal persönlich kenne, solche Dinge für mich tun, einfach nur, um mir den Tag zu versüßen. Ich bin absolut sprachlos und demütig angesichts der Freundlichkeit, die auch auf Social Media herrscht.

Ich hatte das große Vergnügen in den letzten zwölf Monaten viele Leser*innen zu treffen. Sei es im letzten Herbst die Mädels, die meine Fanpage gemacht haben, oder all diejenigen, die nach Leipzig gekommen sind (teilweise nur, um mich mal zu sehen!) oder die verrückten Einhornmädels in Wien. Es waren immer ganz besondere Begegnungen für mich. Jede einzelne hat mein Herz berührt, hat mir so viel mehr gegeben, als nur eure Worte und Umarmungen. Den Glauben daran, dass das Internet nicht der kaltherzige Ort ist, der er immer zu sein scheint. Dass es unglaublich viele gute Menschen gibt, die ihr Herz am rechten Fleck haben.

Und nun ist es soweit. Ich werde 34 und statt in einer teuren Suite liege ich in meinem Bett, denke aber wieder an die gleichen Dinge, an die ich letztes Jahr gedacht habe. Ich danke euch, weil ihr den Schmerz lindert, den Schmerz, der mich dazu bringt, meinen Geburtstag und Weihnachten zu hassen. Und alle anderen Feiertage. Und weil ich auch heute nicht zu Hause bleiben kann, fahre ich ans Meer …

Danke für all die kleinen Dinge, die ihr in den letzten knapp anderthalb Jahren gemacht habt, um mir eine Freude zu machen. Nicht erwartet, aber sehr gerne entgegen genommen.

P.S.: Am Donnerstag wird es keinen Frosch geben, weil ich dann noch nicht zurück bin. Er kommt dafür ausnahmsweise Freitag.

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