Das geheime Leben einer modernen Nonne – Teil 4

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Alle nicht vorhandene sexy Stimmung ist nun verflogen, und ich ziehe meinen Fuß weg. »Wie bitte? Ist das ein Scherz?«

»Ich wünschte, es wäre einer.«

Der kleine Mann zittert wie Espenlaub und entscheidet sich dann, durch die Hintertür zu fliehen. Die Tür fällt ins Schloss und der Eindringling rüttelt an der Klinke.

»Die geht erst in zehn Minuten wieder auf. Das ist ein Sicherheitsmechanismus, falls wir vor einem Gast fliehen müssen.«

»Also geht’s nur vorne raus?«

Ich nicke. »Ja, leider.«

»Fuck.«

In dem Moment wird an der Tür gerüttelt. Er wirft den Hut, den er trägt, hinter die Couch, zieht sein Shirt aus, packt mich, drückt mich gegen die Wand und küsst mich.

»Spiel mit«, murmelt er, bevor er mein Bein hochzieht, es sich um die Hüfte legt und beginnt, meinen Hintern zu kneten.

Wenn ich so drüber nachdenke, frage ich mich, wieso ich mitgemacht habe, aber in dem Moment stellt sich mir die Frage gar nicht. Ich hab es einfach getan.

Mit der anderen Hand zieht er mir mein Oberteil runter, entblößt meine Brüste, beginnt meinen Hals zu küssen. Die abgeschlossene Tür wird aufgetreten. Ich stöhne laut.

»Oh, Baby, das ist so gut«, gurre ich, verdrehe die Augen, lasse den Kopf gegen die Wand fallen, während er sein Gesicht in meinem Dekolleté vergräbt. Ich blinzel in Richtung Tür und sehe einen Gorilla mit Waffe da stehen, der angesichts meiner kleinen Show anfängt zu sabbern.

»Hier ist er nicht«, schnauft sein Kumpane, der aussieht wie dieser kleine Schauspieler aus den 90ern mit Halbglatze.

»Nein, aber an der Kleinen will ich auch naschen«, sagt der Gorilla.

Der Kleine zieht ihn weg und die Tür schließt wieder.

Statt aufzuhören, saugt er einen Nippel in den Mund, und aus meiner kleinen Show wird ernst, denn das fühlt sich gut an!

»Nicht spielen, Baby, nur fühlen«, murmelt er, bevor er seine Finger in meine Shorts gleiten lässt.

Und das ist der Moment, in dem ich wieder klarsehe. Ich ziehe seine Hand weg, kleide mich an und drücke ihn von mir.

»Was erlaubst du dir?«, frage ich schrill.

Er grinst. »Deine Nippel sind hart. Du hast es genossen.«

»Das tut nichts zur Sache! Es sind meine Nippel.«

»Die du jeden Tag aller Welt zeigst, Baby. Da wollte ich auch was ab haben.«

»Du Penner!«

Er zieht sich sein T-Shirt wieder an, während er lacht. Was ehrlich eine wahre Schande ist, weil er vollgepackt ist. Mit Muskeln und Tattoos. »Baby, es hat sich gelohnt.« Er streicht noch einmal über meinen Busen. Ich schlage seine Hand weg, was ihm eine hochgezogene Augenbraue entlockt.

»Du bist ganz schön prüde für eine Stripperin.«

»Weil ich mich nicht von irgendwelchen Pissern antatschen lasse? Oh, Verzeihung!«

»Schon gut, Baby. Ich weiß, dass du frustriert bist, weil ich aufgehört habe.«

»Du hast aufgehört? Dass ich nicht lache.«

Er grinst. »Wie heißt du, Baby?«

»Nenn mich nicht Baby.«

»Dann sag mir deinen Namen und ich muss es nicht tun.«

»Blue Diamond.«

»Deinen richtigen Namen.«

»Kannst du vergessen.«

»Komm schon, Baby, dann lass ich dich beim nächsten Mal auch kommen«, grinst er.

»Es gibt kein nächstes Mal.«

»Dann verrate ich dir auch meinen Namen.«

»Den kenn ich schon.«

Er zieht die Augenbraue hoch. »Ach ja? Und wie ist er?«

»Arschloch.«

Er lacht, zieht seinen Hut wieder an, tippt sich an die Krempe und marschiert zur Tür raus.

Ich sinke auf die Couch. Was war das denn?

Ein paar Minuten später kommt Marco rein. »Was hast du gemacht? Wieso ist er ohne zu bezahlen verschwunden?«

»Wir wurden gestört.«

»Von wem?«, knurrt er.

Ich zucke mit den Schultern. »Keine Ahnung. Ich kenn ihn nur als Arschloch.«

»Was?«

»Ich weiß es nicht. Wir waren gerade bei der Fußfetischgeschichte zugange, da ist jemand reingestürmt, hat den kleinen Mann erschreckt und er ist zur Hintertür raus.«

Marco kneift die Augen zusammen. »Er ist durch den Notausgang?«

»Ja, daher musste ich mit diesem Verrückten hier drinbleiben.«

»Geht es dir gut? Hat er was getan?«

Wie leicht wäre es zu sagen, dass er mir was angetan hat … »Nein, hat er nicht. Er hat sich nur versteckt.«

»Fuck! Fünftausend Dollar, Mann!«

»Ich weiß.«

»Geh wieder raus und wackel mit dem Arsch.« Er stürmt raus.

Ich will gerade rausgehen, als mein Blick auf einen kleinen Gegenstand fällt, der in der Ecke liegt. Ich betrachte ihn, kann mir aber keinen Reim darauf machen. Scheint nur ein Stück Plastik zu sein, rechteckig. Ich drücke herum, finde aber keinen Mechanismus. Ich stecke ihn ein und zucke mit den Schultern.

Als ich rausgehe, schaue ich zur Bühne und wundere mich, warum Alexandra noch immer tanzt. So lang dauern unsere Nummern doch nicht. Ich schaue zu, wie sie sich lasziv an der Stange rekelt. Sie hat es echt drauf. Die Männer fressen ihr aus der Hand, und sie scheint es zu genießen.

Aber es ist mehr Schein als Sein, das weiß ich. Sie strippt, um sich die Studiengebühren zu verdienen. Nicht mehr lange allerdings. Denn sie hat vor ein paar Wochen erfahren, dass sie ein Stipendium für Yale bekomm

t. In zwei Wochen zieht sie ans andere Ende des Landes und lässt mich hier alleine zurück. Ein bisschen neidisch bin ich, aber ich freue mich für jede, die es schafft, diesem Leben zu entkommen.

Bis zum Ende meiner Schicht tanze ich auf den Schößen von besoffenen Männern, die ihre Hände nicht bei sich behalten können. Nichts Neues also.

Als mich die Uhr endlich erlöst, eile ich in die Garderobe, schminke mich ab, ziehe mir normale Klamotten an, und eile zur vierundzwanzig Stunden Kinderbetreuung, um Betty abzuholen. Sie schläft tief und fest. Sie ist es gewöhnt, dass ich sie nachts abhole und wird nicht mehr wach, wenn ich sie ins Auto und nach der Fahrt in ihr Bett trage. Lange kann ich das aber auch nicht mehr machen. Sie wird mir schon zu schwer, aber für so kurze Strecken geht das noch.

Ich küsse sie auf die Wange, decke sie zu, mache das Licht aus.

Als ich gerade ins Bad will, um mich für die Nacht umzuziehen, klopft es an die Tür. Ich wundere mich zwar, aber gehe trotzdem hin. Ich lege die Kette vor und öffne dann.

»Ich brauch das, was du gefunden hast, Baby«, sagt der Kerl mit dem Hut. Jetzt schaut er gar nicht mehr so freundlich.

»Woher weiß ich, dass es dir gehört?«

»Gib mir den Chip!«

»Ein Chip? Was ist da drauf?«

»Je weniger du weißt, desto besser für dich. Gib ihn mir.«

Mir ist die Situation nicht geheuer. »Geh oder ich ruf die Polizei!«

Er lacht spöttisch, bevor er die Tür eintritt. Die Kette springt auf, als wäre sie aus Papier. Ich schreie erstickt auf, bevor seine Hand auf meinem Mund landet. Er drückt mich gegen die Wand.

»Ich tu dir nichts, Cara, aber ich brauche den Chip. Dringend, okay?«

Ich nicke, wundere mich nur kurz, woher er meinen Namen kennt, aber es ist mir auch nicht so wichtig, dass ich nachfragen würde.

»Wo hast du ihn?« Er zieht die Hand weg.

»In der Garderobe.« Ich hab ihn in meine Shorts gesteckt und die liegen noch im Club.

»Okay, Baby, dann fahren wir zurück und du holst ihn.«

»Ich kann nicht.«

»Das hier ist kein Spiel, Cara!« Er boxt gegen die Wand.

»Bitte, tu mir nichts.« Mir treten Tränen in die Augen.

Sein Gesicht wird sofort weich. »Versprochen, Baby. Ich brauch nur diesen Chip. Sei so nett, und hol ihn für mich.«

»Bitte, meine Tochter schläft nebenan. Ich kann sie nicht allein lassen.«

Er zieht die Augenbrauen hoch. »Fuck.« Er rauft sich die Haare. »Okay, du fährst, ich pass auf.«

»Nein, bitte, ich lass sie nicht mit dir alleine.«

»Du hast keine andere Wahl, Cara. Geh. Ich verspreche dir, dass ich ihr nichts tue und auch jeden anderen davon abhalte. Versprochen.«

Tränen strömen mein Gesicht herab. »Nein, bitte …«

Er wischt über meine Wangen. »Es tut mir leid, dass ich deine Tür eingetreten habe. Das war nicht besonders vertrauenserweckend. Ich weiß. Aber ich verspreche dir, dass alles gut wird, wenn du mir nur dieses Ding holst. Bitte.«

»Ich kann sie nicht alleine lassen. Bitte«, schluchze ich. »Ich gebe es dir morgen. Versprochen. Ich hole es ab und dann …«

»Ich brauch es heute, Baby.«

»Bitte.«

Er tigert auf und ab. Ich schiele zum Telefon. Als er sich umdreht, springe ich in die Richtung, auch wenn ich weiß, dass es keinen Sinn hat. Ich wähle 911, aber bevor die Verbindung aufgebaut ist, hat er das Kabel aus der Wand gerissen.

Er schüttelt den Kopf. »Cara, ich kann das nicht zulassen.«

»Bitte, geh einfach.«

Und dann geht er tatsächlich. Aber statt aus der Wohnung geht er in Bettys Zimmer.