Über das Schreiben

Ich schreibe gerade an Em Evol. An der Ostsee. Mit Blick auf das Meer. Heute morgen bin ich bereits am Strand spazieren gegangen und geschwommen und nun schreibe ich bis heute Abend.

Ich liebe es Geschichte zu erzählen, als erste die Story von zwei Menschen zu erfahren, das Knistern und Prickeln, das Drama und die Tränen mitzuerleben. Manches lässt sich schnell schreiben, weil die Charaktere sehr genau wissen, was sie wollen, und was sie nicht wollen. Aber mit manchen streite ich mich, entweder, weil sie zwar nicht wissen, was sie wollen, aber ganz sicher sind, dass sie das, was ich will, auf keinen Fall wollen. Oder weil sie einfach Raum brauchen, sich zu entfalten, ihre Erzählung zu entfalten, und ich da störe, wenn ich sage, wir müssen aber heute noch das Kapitel beenden …

Und was soll ich sagen? Natürlich gewinnen sie immer. Zum Beispiel, als ich Tom zwingen wollte, was mit Tricia anzufangen, und die ganze Zeit geheult habe, sodass ich am Ende 15.000 Worte löschen musste, aber wir waren alle so dankbar.

Em Evol ist auch so eine Geschichte, die Zeit und Raum braucht. In der es nicht so schnell vorwärts geht, wie ich es gerne möchte – oder wie ich es gewöhnt bin. Aber es fühlt sich auch nicht wie eine Geschichte an, die ich einfach so runterschreiben kann. Sie nimmt auch in meinen Gedanken mehr Platz ein, als ich es kenne, und vor allem – und das ist auch neu – hat mich seit She flies keine Geschichte mehr so lange begleitet wie diese hier.

Irgendwie will ich auch gar nicht, dass sie zu Ende geht …