Über das Plotten

Ich habe eigentlich schon immer geschrieben. Meine erste Geschichte hieß Alex und Alexandra und ich habe sie geschrieben, noch bevor ich schreiben konnte. Meine Mama hat sie für mich abgetippt, sie ausgedruckt und gebunden. Doch irgendwann während des Studiums und den Jahren danach gab es so viele andere Dinge, die mich interessiert haben, dass ich das Schreiben vernachlässigt habe, zumindest was das Ausdenken von Geschichten anging. Ich habe journalistische Artikel geschrieben, Hausarbeiten, Reiseberichte, da blieb einfach auch keine Zeit mehr für etwas anderes.

Als ich dann im Sommer 2013 das Genre des erotischen Liebesromans zu entdeckt habe (nennt mich Columbus), tauchte plötzlich eine Geschichte hinter meinem geistigen Auge auf.

Ich dachte, ich mache es mal richtig. Ich habe mir einen Plot ausgedacht, eine Struktur geschrieben, hatte fünfzehn Seiten Ideen, und dann habe ich angefangen zu schreiben. Schon nach dem ersten Kapitel stimmte nichts mehr überein. Meine Geschichte nahm ganz andere Wege, als mein Skript es wollte. Aber ich glaube, das ist gut.

Man macht sich vorher Gedanken, hat eine Struktur, an der man sich lang hangeln kann, aber ist flexibel genug, neue Ideen aufzunehmen, die die Geschichte besser macht. Ich konnte das lange nicht so sehen, denn nach diesem ersten Desaster in Sachen Plotten habe ich es aufgegeben und einfach drauf los geschrieben, was aber zur Folge hatte, dass ich unweigerlich nach dem ersten Viertel ins Stocken kam. Und zwar, weil mir der Konflikt noch nicht klar war.

Bei Em Evol habe ich noch einmal geplottet, weil ich dachte, die Geschichte braucht das. Ich habe also mehr als fünfzig Karteikarten beschrieben, manche Ideen ausformuliert, andere nur stichwortartig. Und es hilft. Ich habe zwar den Fehler gemacht, das Kapitelweise aufzuschlüsseln, und das funktioniert für mich einfach nicht, aber grundsäzlich folge ich der Struktur, wenn ich auch viel mehr Worte brauche, als eigentlich geplant war, weswegen ich einen Plotstrang weglasse, denn sonst werde ich nie fertig. Aber es hat mir geholfen, immer kontinuierlich zu schreiben, manchmal nur wenig, aber ich bin nie an diese Straßenblockade gekommen, die mich früher aufgehalten hat.

Ich werde also zukünftig immer eine grobe Struktur erstellen, weil ich merke, das es mir hilft. Ich werde diese aber nicht in Beton gießen und auch nicht festlegen, was in welchem Kapitel vorkommt. Ich mache also Plotten light.