Über Freundschaft

Es gibt zwei Arten von Freunden. Die einen hat man für immer und die anderen sind Lebensabschnittsfreunde. Sie sind spezifisch für ein Kapitel des Lebens, manche bleiben, andere verschwinden wieder, manche werden zu Freunden für immer.

Die großen Abschnitte meines bisherigen Lebens haben mir Freunde beschert, die ich von Anbeginn hatte und welche die ich in der Schule kennengelernt habe und welche, die ich durchs Fotografieren kennengelernt habe, und welche, die ich jetzt durchs Schreiben getroffen habe.

Aber dazwischen gab es noch viele andere Freunde, die aus meinem Leben geschieden sind, nachdem die Phase vorbei war. Und das ist in Ordnung. Nicht alle Freundschaften halten für immer, manche sind dem Wandel unterworfen. Ich habe eine Freundin, die ich früher mehrmals die Woche gesehen habe, und heute wohnt sie in Berlin. Das ist nicht mehr die gleiche Art von Freundschaft wie zuvor, aber sie ist nicht schlechter, nur weil wir uns seltener sehen.

Und manche Freunde erfüllen nur einen ganz spezifischen Zweck. So ist es zum Beispiel bei mir mit meinen Uni-Freunden gewesen. Aus diesen beinahe sieben Jahren habe ich keine einzige Freundschaft in das weitere Leben retten können. Wieso nicht? Keine Ahnung. Ich denke, es liegt daran, dass die Uni für mich nicht unbedingt immer etwas Positives verkörpert hat, teilweise habe ich sie sogar gar nicht gemocht, und diese Freundschaften sind daher mehr Maßnahme zum Überleben gewesen, als alles andere. Aber das ist auch okay. Das Leben ändert sich, man selbst ändert sich, es ist klar, dass ich jetzt mit fünfunddreißig nicht mehr die gleichen Kriterien an eine Freundschaft anlege, wie ich es mit fünf getan habe.

Und leider weiß ich nicht, ob es das einfacher oder schwerer gemacht hat …