Wer ist Rosalind?

Em Evol ist genau die Art von Geschichte, die ich selber gerne lese. Ich finde es faszinierend, ein Leben kennenzulernen, das ich selbst nie erleben werde. Ich liebe es, in die Geschichte einzutauchen und finde auch die goldenen 50er eine sehr spannende Zeit.

Rosalind empfindet die Zeit weniger als spannend, als viel mehr als einengend. Sie ist eben eine ganz besondere Frau, die ihrer Zeit weit voraus ist.

Aber wer ist sie?

Zunächst einmal ist sie Wills Oma aus She flies with her own wings. Sie ist einer meiner heimlichen Lieblinge. Ich liebe, dass sie witzig ist, dass sie Elan hat und keinerlei Sinn für Konventionen.

Aber so war sie nicht immer. Als Kind war sie schüchtern, ist niemals für sich selbst eingetreten, war viel zu brav, um jemals etwas zu tun, was Ärger bedeuten könnte. Bis … ja, bis sie ihre große Liebe kennen lernt. Das Lernen. Oder sagen wir besser ihre zweite große Liebe, denn einen Mann gibt es natürlich auch noch. Aber das Lernen ist wesentlich weniger problematisch.

Als sie auf die Highschool gehen darf, eröffnet sich ihr eine ganz neue Welt, die sie vorher nicht kannte. Sie bekommt Hoffnung geschenkt, bildet Flugschwingen aus und will fliegen! Nur, um am Boden gehalten zu werden durch eine Zeit, in der Frauen nur eine Rolle spielten: Hausfrau und Mutter.

Ich fand es spannend, ihren Werdegang mitzuerleben. Von dem kleinen Mäuschen zu einer Frau, die die Welt aus den Angeln heben kann.

Als Kind sagte sie:

Ich wünschte, ich wäre mutig. Mutig wie Alice Paul, die das Frauenwahlrecht erstritten hat. Mutig wie Amelia Earhart, die als erste Frau alleine den Atlantik im Flugzeug überquerte.

Mutig wie GErtrude Bell, die als erste Frau einen Abschluss in Oxford erlangte und allein durch Arabien reiste. Mutig wie Fanny Bullock Workman, die als erste Frau die Gipfel des Himalaya Bestieg.

Sie alle, sie alle sind Vorbilder mit Löwenmut. Und ich? Ich habe nicht mal den Mut einer kleinen Feldmaus, geschweige denn den des Herrschers der Savanne.

Dabei hat sie eines vergessen: Manche Heldinnen werden nicht geboren, manche werden gemacht.

Ich habe mal gesagt, dass ich vielen meiner Frauen etwas von mir mitgebe. Der jungen Rosalind habe ich meine Unsicherheit, meine Schüchternheit und die Angst mitgegeben, die ich lange Jahre verspürt habe. Aber ebenso wie ich hat Rosalind ihren eigenen Weg gefunden.