Küss mich, Minnie!

In der letzten Engelspost gab es ja bereits die ersten Worte von Minnie zu lesen. Wer keine Ahnung hat, was die Engelspost ist, klick auf Annie’s Angels auf der linken Seite.

Ich bin noch nicht fertig mit Minnie, daher kann ich noch nicht genau sagen, wie viele Wörter es werden oder wann ich fertig bin. Der Plan ist aber, das ihr Ende des Monats in der nächsten Engelspost diese Geschichte in den Händen haltet. Ob das funktioniert? Wir werden sehen.

Und ja, alle Engel bekommen die Geschichte als eBook kostenlos.

Hier ist der erste Ausschnitt auch für euch:

Seit Monaten weiß ich, dass es aus ist. Nach zehn Jahren hat er mit mir Schluss gemacht, ohne mir zu sagen, weswegen. Er hat mir nicht einmal einen Grund genannt, hat nur gesagt, dass es vorbei ist. Schluss. Aus. Ende. Vorbei. Nach zehn gemeinsamen Jahren, nach unzähligen gemeinsamen Träumen, nach Millionen von Wünschen für die Zukunft. Ich kann es auch nach so vielen Monaten nicht verstehen.

Immer, wenn ich versucht habe, mit ihm zu reden, hat er mich abgewimmelt, hat mir gesagt, dass ich seine Entscheidung respektieren soll, dann ist er gegangen. Ich weiß, dass er nicht mehr zur Farm gekommen ist, weil ich da war.

Nach so vielen Monaten sollte man anfangen zu heilen, aber ich kann nicht. Ich kann nicht, weil ich es nicht verstehe. Es macht in meinem Kopf gar keinen Sinn. Wir waren so glücklich. So unglaublich glücklich. Es ist aus heiterem Himmel gekommen.

Minnie, ich mach Schluss mit dir. Erst habe ich es für einen Scherz gehalten. Habe die Worte in ihrer ganzen grausamen Bedeutung gar nicht verstanden.

Langsam sickerte es in mich, was das heißt. Und seitdem, versuche ich eine Übersetzung für diese Worte zu finden, die sich in meinen Ohren nicht vollkommen widernatürlich anhören. Aber weil das so schwer ist, eine beinahe unmögliche Aufgabe, muss ich es noch einmal wissen. Ich muss eine finale Antwort haben, sonst kann ich nicht weitermachen. Ich muss noch einmal versuchen, mit ihm zu reden.

Denn in meinem Herzen gibt es nur eine Wahrheit. Er liebt mich. Er hat mich schon immer geliebt. Schon immer. Und das kann doch nicht einfach aufhören, einfach so von einem auf den anderen Tag.

Ich habe Angst. Angst vor dieser Konfrontation, diese epischen Schlacht am Ende eines Fantasyromans, bei der nicht klar ist, wer gewinnt. Die Welt, wie wir sie kennen, ist dabei unterzugehen, aber noch besteht die Chance auf Hoffnung. An diesen Strohhalm klammere ich mich, als ich in seine Werkstatt trete.

»Ryder?«, rufe ich.

Ich höre Schnaufen von einem Auto und gehe die paar Schritte dahin.

»Ryder?«, frage ich erneut.

»Was willst du?«, kommt es unter dem Auto hervor.

Ich nehme all meinen Mut zusammen, auch wenn ich fliehen will. Ich will das nicht, will nicht in die Realität treten, sondern meine Hoffnung behalten. Die Hoffnung, die ich seit mehr als sechs Monaten in meinem Herzen trage, dass es alles nur ein großes Missverständnis ist.

»Ich will mit dir reden.«

»Es gibt nichts mehr zu reden.«

»Vielleicht für dich nicht, aber ich … Ich kann das nicht. Ich bin seitdem vollkommen fertig, ich schlafe kaum, ich habe abgenommen. Schau dir meine Haare an! Sie haben ihre Sprungkraft verloren. Und all das, es macht mich fertig. Wirklich. Ich brauche einen Grund. Ich kann nicht damit leben. Ich kann nicht weitermachen. Ich … ich brauche einen Abschluss.«

Er kommt unter dem Auto hervor und er sieht so gut aus. Seine dunkelbraunen Haaren mit diesen wunderschönen, sanften, braunen Augen. Groß und muskulös. Und wie er da so vor mir auf dem Boden liegt, will ich nichts weiter, als mich auf ihn zu setzen, mein Becken an seinem zu reiben und in die höchsten Sphären zu kommen, in die er mich verlässlich gebracht hat.

»Hör auf an Sex zu denken«, kommt da von ihm

Ich werde rot, weil das ja wirklich unangemessen ist in einem solchen Moment. »Entschuldige.«

–> Diese Szene ist aus Sicht von Kat in Küss das Cowgirl enthalten, denn Kat belauscht diese Szene.